Editorial

Deutsches Ingenieurblatt 9/2021
Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

„Das Versäumnis rächt sich“ betitelte die Süddeutsche Zeitung am 8. August 2021 (Online-Ausgabe) ein Interview mit der Bauingenieurin Dr.-Ing. Lamia Messari-Becker. In dem Gespräch plädiert die Professorin für Gebäudetechnologie und Bauphysik an der Universität Siegen – wie schon in zahlreichen anderen Publikationen und TV-Auftritten zuvor – für ein nachhaltigeres Bauen, das sich dem Klimawandel anpasst. Ihrer Ansicht nach ist ein grundsätzliches Umdenken in weiten Teilen der Baupolitik notwendig. Eine ihrer zentralen Forderungen, der sich unter anderem die Bundesingenieurkammer via Twitter anschloss, ist die Etablierung eines eigenständigen Bauministeriums auf Bundesebene. Bauen, Wohnen, Stadt- und Raumentwicklung müssten als wichtige politische Gestaltungs- und Handlungsfelder gesehen werden.

Sie hat recht damit. Nahezu alle zentralen Herausforderungen denen sich unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stellen muss, sind geprägt vom Planen und Bauen. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Energieeffizienz, Klimaanpassung und Klimaschutz, Mobilität, Digitalisierung und neue Formen der Arbeit, demografischer Wandel, Barrierefreiheit und Inklusion sowie die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in Stadt und Land sind derart komplexe und ineinander verwobene Aufgaben, dass sie nur mit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise gelöst werden können.

Das geht – natürlich – am besten, wenn die erforderlichen Disziplinen und die jeweiligen Zuständigkeiten unter einem Dach vereint sind. Von 1949 bis 1998 war das auf Bundesebene auch der Fall. Danach wurde „Bauen“ mit anderen Ressorts zu Ministerien unterschiedlicher Ausprägung vereint: mit Verkehr, dann mit Umwelt, aktuell mit dem Innenministerium. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ressorts „Bauen“ und der nachgeordneten Behörden haben in all diesen Konstellationen Gutes geleistet. Aber dem Planen und Bauen kommt eine zentrale Rolle zu, die mit dem Gewicht eines eigenständigen Bauministeriums wirkungsvoller in der Politik, aber auch in der Öffentlichkeit, vertreten werden kann. Hier entscheidet sich, in welcher Zukunft wir leben werden. Das sollte Grund genug sein für die kommende Bundesregierung, die wichtigen Aufgaben wieder unter einem Dach zu vereinen und damit die Kompetenzen zu bündeln und die Wirksamkeit weiter zu erhöhen.

Beim Planen und Bauen geht es auf Bundesebene in der kommenden Dekade vor allem darum, das große Ganze zu sehen, wichtige Entwicklungen anzustoßen und kompetent zu begleiten. Es wird auch darum gehen, Maßnahmen über alle Ebenen hinweg zu koordinieren, ohne dabei in die Zuständigkeiten der Länder oder Kommunen einzugreifen – eine mitunter knifflige Angelegenheit, wie jeder weiß. Und nicht zuletzt geht es darum, Wissenschaft, Forschung und Bildung und vor allem auch die Planungs- und Baupraxis finanziell angemessen auszustatten – mit Förderprogrammen, mit Forschungsmitteln und mit Aufträgen.

All das sind Herkulesaufgaben, die wieder in einem starken und eigenständigen Bundesbauministerium vereint sein sollten.

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