München will hoch hinaus

Bavaria Towers prägen die Skyline

Deutsches Ingenieurblatt 10/2018
Baukultur
Perfekt positioniert, bereichert ein Ensemble aus vier Hochhäusern künftig den Osten der bayrischen Landeshauptstadt. Die Bavaria Towers setzen als eines der wenigen Hochhausprojekte der letzten Jahre neue Maßstäbe.

In München nimmt ein ganzes Hochhausensemble mit Namen Bavaria Towers Gestalt an. An ihrem Standort in Bogenhausen setzen die drei Office-Türme und ein Hotelbau mit einer Höhe von 46 bis 84 Metern ein repräsentatives, städtebaulich prägnantes Zeichen. Das 380-Millionen-Euro- Projekt ist das erste größere Hochhausprojekt, das in München seit vielen Jahren genehmigt wurde. Dies gelang, weil das Projekt wesentliche Punkte erfüllt, die sich die Stadt zur Auflage beim Hochhausbau gemacht hat. Dazu gehören die angemessene Fernwirkung eines Projekts und seine Nahwirkung innerhalb des Quartiers. Auch den Einfluss, den es auf den Blick auf verschiedene Sichtachsen und die wichtigsten Stadteinfahrten sowie auf markante Hoch- und Aussichtspunkte im Stadtbild ausübt, gilt es zu berücksichtigen. Aufgrund   es städtebaulich bedeutenden Standorts haben der Projektinitiator und Projektentwickler vor dem Baustart zusammen mit dem Investorenpartner Zurich Gruppe und der Von der Heyden Group in Zusammenarbeit  mit der Stadtverwaltung ein langjähriges   Bauleitplanverfahren sowie einen Architektenwettbewerb durchgeführt, den das in Madrid und Berlin tätige Büro Nieto  Sobejano Arquitectos für sich entscheiden konnte. Diese entwarfen die vier hohen Türme mit jeweils pentagonaler Grundrissform. Sie sind mit ihrer vergleichsweisew  überschaubaren Höhenentwicklung zwar keine Skyscraper, setzen aber mit ihrem Erscheinungsbild im Osten der Stadt neue Maßstäbe. Drei der Bürohochhäuser streben hohe DGNB-Zertifizierungen in Silber und Gold an, das Hotel soll nach LEED in Gold zertifiziert werden.

Spezielle Betone für besondere Anforderungen
Das Bauunternehmen Implenia hat im Spezialtiefbau auf dieser Baustelle zu Beginn rund 2.300 Kubikmeter Bohrpfahlbeton im Grundwasser eingebaut. Auch der Bau der massiven Bodenplatte erfolgte unter  dem Bemessungsgrundwasserstand. Der Bauingenieur Simon Kaiser ist die Baugrubenumrandung mit überschnittener Bohrpfahlwand  und Spundwänden noch präsent, ebenso wie die Betonage der 2,4 Meter dicken Bodenplatte der beiden Gebäude,  die als miteinander verbundene Platten in zehn Bauabschnitten ausgeführt wurde.  nsgesamt lieferte das Unternehmen Heidelberger  Beton für die Bodenplatten des Hochhausensembles 30.000 Kubikmeter Beton, davon 10.000 Kubikmeter für Implenia. Dabei galt es, bei diesen massiven Bauteilen  die Spannungen im Beton unter Kontrolle zu halten. Aus diesem Grund konzipierte der Betonhersteller hierfür einen speziellen Massenbeton mit geringer Schwindneigung, der zur Reduktion der Frischbetontemperatur zum Teil in Nachtbetonagen  eingebaut wurde.

„Die abgeschrägten Dächer sind dem Architekturentwurf geschuldet“, meint Simon Kaiser, der sich über die gelungene Betonage des komplexen Dachaufbaus freut. Die onkonstruktion liegt wie ein geneigter polygonaler Kranz auf den Betonstützen und wird durch Betonverstrebungen, welche zur Aussteifung der Dachkonstruktion dienen, verbunden. Um dies zu realisieren, setzten die Betonfacharbeiter mit Chronocrete  einen beschleunigten Beton von Heidelberger Beton ein, der schnell ansteift und eine hohe Frühfestigkeit aufweist. Der  mlaufende Betonkranz wurde als Fahrrinne für die Hängevorrichtung der Körbe für die Fassadenreinigung ausgebildet. Eine verglaste Pfosten-Riegel-Konstruktion im  Erdgeschoss und hängende Elementfassaden in den Stockwerken darüber werden abschließend die weich gerundeten Bauten umhüllen.

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