Hoch hinaus im Innenausbau

Holz-Hybrid-Hochhaus in Wien

bauplaner 12/2021
Green Engeneering: Umwelt, Energie, Mensch
Schallschutz
Holz

Wie der Name schon verrät, dreht sich im Holz-Hybrid- Hochhaus „HoHo Wien“ alles um den Werkstoff Holz. Nachhaltig, flexibel und ein Duft von Wald – so gestaltet sich der Innenausbau. Spezielle Systemaufbauten von Decke und Boden sorgen für einen optimierten Schallschutz.

Das HoHo Wien ragt mit seinen 84 Metern weit über die Seestadt Aspern im 22. Gemeindebezirk hinaus. 19.500 Quadratmeter Mietfläche stehen dort zur Verfügung. Die Nutzung ist als ein Mix aus Bürofläche, Hotel und Serviced Apartments konzipiert. Sogar ein Fitness- und Beautybereich und Arztpraxen sind vorhanden.

Im Bereich nachhaltiger Holzbau gilt das 24-stöckige Gebäude als Leuchtturmprojekt weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinweg. Die Konstruktion besteht aus Holz- und Betonfertigelementen. Investor Günter Kerbler und Baumeisterin Caroline Palfy hatten die Idee zu einem „Holzturm“, der gemeinsam mit den Architekten von RLP Rüdiger Lainer + Partner als HoHo Wien realisiert wurde. Dabei handelt es sich genauer um zwei Gebäude bzw. fünf Baukörper: Neben dem „Tower“ mit drei Gebäudeteilen, die 84, 57 und 40 Meter hoch sind, befindet sich südlich das „HoHo Next“ mit einem sechs- bzw. dreigeschossigen Gebäudeelement. Das Untergeschoss mit Garage und Technikräumen verbindet Tower und Next. Nach Fertigstellung des Rohbaus und den letzten Elementen der Holz- bzw. Faserzementfassade konzentrierte man sich ab Sommer 2019 auf die Fertigstellung des Innenausbaus. Hierbei waren die Lindner GmbH, österreichische Tochtergesellschaft der Lindner Group, und die Handler Bau GmbH federführend verantwortlich.

Holz als tragendes Element
Auch im Innenausbau ist Holz der dominierende Werkstoff. Bewusst wurde auf Tapeten und sogar Lackierungen verzichtet; die Räume sollen nach Fichtenholz bzw. nach Wald riechen. Zusätzlich zu den 14 cm dicken Decken- und Wandelementen bestehen auch alle tragen--den Säulen aus Holz. Die Querschnitte der Stützen erstrecken sich von 40 x 40 cm² bis zu
40 cm x 1,24 m². Insgesamt beträgt der Holzanteil 75 Prozent. Neben Nachhaltigkeit stand vor allem Flexibilität im Mittelpunkt des Raumkonzeptes. Aufgrund der flexiblen Grundrissgliederung können die Räume jederzeit umgenutzt und neu aufgeteilt werden. Die Mieter haben von Anfang an Mitspracherecht in der Raumgestaltung.

Als Spezialist für Trockenbau war Lindner bereits im Grundausbau mit diversen Wand- und Deckenbekleidungen beteiligt. Individuelle Gestaltungswünsche wie unterschiedliche Bodenbeläge in den Büroflächen, im Hotel sowie im Fitnessbereich wurden im Rahmen des Mieterausbaus ausgeführt. Im gesamten Gebäudekomplex entschied man sich für das „Cradle to Cradle Certified Silver Floor and more“ Hohlbodensystem, im Fitnessbereich in der Variante „Power“ mit spezieller Plattenrezeptur und verstärkten Hohlbodenstützen. Die nahezu emissionsfreien Bodenplatten aus Calciumsulfat (Gips), einem nicht brennbaren Material, verfügen zusätzlich über beste bauphysikalische Eigenschaften. Zusätzlich wurden im HoHo weitere Prüfungen in Bezug auf Schallschutz bei Hohlböden auf Holzdecken durchgeführt und die Akustik zusätzlich optimiert.

Besondere Bauweise, besondere Schallschutzprüfung
Zusätzlich zu den bauphysikalischen Standards erforderte die Sonderbauweise in Holz bzw. Holz-Beton-Hybrid (HBV) spezielle Prüfungen hinsichtlich (Tritt-)Schallschutz und der schalltechnischen Trennung von Nutzungseinheiten, genauer gesagt zwischen den Hohlbodensystemen und den tragenden Deckenelementen. Hierfür arbeitete Lindner eng mit der TU Graz und der RWT PLUS ZT GmbH zusammen. In verschiedenen Prüfaufbauten wurden dabei Varianten des Fußbodenaufbaus mit dem „Floor and more“ Hohlboden – mit und ohne diverse Oberbeläge – betreffend Trittschall geprüft und optimiert, um so die Anforderungen gemäß OIB Richtlinie 5, 2015 zu erfüllen. Die verwendeten Lindner Systeme verbessern nicht nur die Akustik bzw. Schallschutz im HoHo Wien, sondern mit ihren baubiologisch geprüften Eigenschaften und hohen Umweltstandards sind sie auch Teil des strengen Nachhaltigkeitskonzepts. Das Holzhochhaus hat beim international anerkannten Bewertungssystem für umweltfreundliche Gebäude, LEED, bei Fertigstellung Gold erreicht. Das ÖGNB-Fertigstellungszertifikat kann sich ebenfalls sehen lassen: Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen weist dem HoHo Wien 924 von 1000 Punkten zu.

Anzeige

Jetzt HDI Ingletter lesen!

HDI_INGLetter_Mai_2022_HB.png
HDI_INGLetter_Mai_2022_DB1.png

Die Haftung von Architekten...
In­ge­nieu­ren und Bau­un­ter­neh­mern für Drit­te und Em­bar­gos
Durch bei­spiels­weise Em­bar­gos bzw. San­ktio­nen also mit­tel­bar­en Ein­grif­fen durch den Staat, die EU oder an­de­re sup­ra­na­tio­na­le In­sti­tu­tio­nen als Drit­tem in das Bau­vor­ha­ben während der Pla­nungs- oder Aus­führ­ungs­pha­se kann es zu Haft­ungs­fra­gen kom­men. In diesem Zu­sam­men­hang sol­len Fra­gen zur Haf­tung des Bau­plan­ers und eine mö­gli­che Haf­tung des Bau­un­ter­nehm­ers näh­er be­leuch­tet wer­den.

 
HDI_INGLetter_Mai_2022_DB2.png

Datenschutz...
im digitalen Zeitalter

Die Er­fas­sung und Spei­che­rung von Kun­den­da­ten, die Ver­sen­dung von E-Mails, die Nut­zung di­gi­ta­ler Ar­beits­met­ho­den wie Buil­ding-In­for­ma­tions-Mode­ling (BIM) und Droh­nen, die Durch­füh­rung von Web-Mee­tings und Home-Of­fi­ce ge­hö­ren zur täg­li­chen Ar­beit. Da­mit sind zwangs­läu­fig auch Haft­ungs­ri­si­ken ver­bun­den, die zu Da­ten­ver­än­de­run­gen oder Da­ten­be­hin­der­un­gen bei Drit­ten führ­en.

 

Anzeige

va-Q-tec entwickelt Produkte auf Basis von Vakuumisolationspaneelen (VIPs), die eine hohe Isolierwirkung, enorm reduzierte Dammstärke und einen modularen Aufbau für verschiedene Größen und Formen bieten.

Sie sind besonders vorteilhaft, wenn nur wenig Platz für Dämmung zur Verfügung steht.

Ob bei der Dämmung von Dächern, Böden oder Balkonen sowie weiteren Innen- und Außendämmungen: Architekten und Planer können mit VIPs rund 80 % des Platzes einsparen.

Mehr Informationen auf va-q-tec.com