Einsatzgebiete von chemischen Befestigungssystemen

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bauplaner 9/2021
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Interviews

Interview mit Jens Zimmerlin, Abteilungsleiter Produktmanagement der Business Unit Chemie bei der Unternehmensgruppe fischer, über Befestigungssysteme bei bedeutenden Bauprojekten weltweit sowie neueste Markteinführungen und Produkte.

Herr Zimmerlin, bei welchen Projekten wurden Ihre chemischen Befestigungssysteme beispielsweise verbaut wurden?
Unser Injektionsmörtel „FIS SB High Speed 390 S“ sichert zusammen mit M20 Gewindeankern das erste Not-Biwak im Himalaya in 5.080 Meter Höhe in der stark von Erdbeben betroffenen Rolwaling-Region in Nepal. Weitere Beispiele für den Einsatz an extremen Einsatzorten sind Unterwassermontagen, beispielsweise 2018 bei der Betonsanierung des Wasserkraftwerks in Biessenhofen. Oder Infrastrukturprojekte – sei es der Brenner Basistunnel oder der Ausbau des Schnellfahrschienennetzes in China.

Gibt es eine chemische Befestigungslösung, die bei Bauprojekten sehr häufig eingesetzt wird?
Der Injektionsmörtel „FIS EM Plus“ wird aktuell beispielsweise beim Pariser Métronetz-Ausbau „Grand Paris Express“ für nachträgliche Bewehrungsanschlüsse verbaut – das ist das größte Infrastrukturprojekt Westeuropas. Das Produkt wurde auch bei der weltweit längsten Meeresbrücke Hongkong-Zhuhai-Macau-Bridge in China eingesetzt, die sich auf 55 Kilometern erstreckt, oder der „Statue der Einheit“ in Indien, die mit 182 Meter Höhe alle Statuen der Welt überragt.

Wie haben Sie Ihr vorhandenes Sortiment 2021 im Bereich Chemie weiterentwickelt und ausgebaut?
In diesem Jahr hat unser Unternehmen unter anderem den Universalmörtel „FIS V Plus“ neu am Markt eingeführt. Dieser weist eine bewertete (ETA) Lebensdauer von 100 Jahren auf, eine hohe Verbundfestigkeit in Beton sowie eine breites Anwendungsspektrum. Auch die ETA (Bewertung) des Systems „Superbond dynamic FSB dyn“ ist neu. So regelt diese nun auch die Verankerung leichter dynamischer Lasten mit fischer Standardgewindestangen in gerissenem Beton und definiert dafür die entsprechenden Angaben. Zudem wird aktuell unser kennzeichnungsfreier Injektionsmörtel „FIS V Zero“ am Markt eingeführt, der besonders hohe Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllt. Er lässt sich universell einsetzen und erreicht dieselben Leistungsmerkmale wie andere fischer Universalmörtel. Mit unserem 2018 am Markt eingeführten „FIS EM Plus“ decken wir außerdem noch höhere Lastwerte ab und erweitern die Zulassungen und den Anwendungsbereich.

Worin bestehen die Vorteile des FIS EM Plus?
Mit dem FIS EM Plus bieten wir einen vielseitigen Verbundmörtel, der sowohl für Befestigungen in Beton als auch für nachträgliche Bewehrungsanschlüsse in Europäisch Technischen Bewertungen (ETAs) und in ICC-ESR speziell für die USA und fernöstliche Länder bewertet ist. Dabei erreicht das Produkt höchste Tragfähigkeiten in Beton und auch unter Extrembedingungen, wie in erdbebengefährdeten Gebieten und in Meerwasser, dauerhaft sicheren Halt. Er beschleunigt und vereinfacht die Montage, indem bei diamantgebohrten Bohrlöchern kein Aufrauen nötig ist, um volle Lastwerte zu erreichen. Die allgemeine Bauartgenehmigung zur Verwendung in WHG-Flächen aus flüssigkeitsdichtem Beton erfüllt zudem die Anforderungen an Bauarten zum Schutz des Grundwassers gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Die bewertete (ETA) Nutzungsdauer von 100 Jahren für Befestigungen in Beton und für nachträgliche Bewehrungsanschlüsse mit dem FIS EM Plus ist ebenfalls ein großer Vorteil, gerade bei Infrastrukturprojekten. Das Stuttgarter Ingenieurbüro IEA bescheinigt Verankerungen mit dem fischer FIS EM Plus sogar eine Nutzungsdauer von 120 Jahren.

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