Erster Eindruck – zweiter Blick

Exklusiv
green BUILDING 04/2014

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Das gilt für das Bewerbungsgespräch. Das gilt für das erste Date – das oft ja auch ein (Be-)Werbungsgespräch ist. Aber gilt es auch für die Architektur? Für Ingenieurbauwerke? Für Gestalt und Ästhetik der gebauten Umwelt?

Mit Sicherheit. Während es vor Jahren allerdings noch recht einfach war, die Qualität des Gebauten zu beurteilen – nach gestalterischen, konstruktiven, funktionalen Kriterien beispielsweise –, so ist das heute nicht mehr ganz so leicht. Das Dilemma beginnt schon mit der Frage, ob die genannten Kriterien überhaupt noch ausreichen, um als Maßstäbe für gutes Gebautes zu dienen.

Und natürlich reichen sie nicht aus. Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kommen hinzu, der faire Umgang mit Flora und Fauna, mit Mensch und Ressourcen. In gleichem Maße, wie Bauaufgaben und Bauansprüche komplexer werden, werden es auch die Bauwerke selbst. Bei der Gebäudetechnik beispielsweise und, auch für Laien leicht „von außen“ zu erkennen, bei den Fassaden – die Dächer inbegriffen. „Gefällt mir“ oder „Gefällt mir nicht“, das ist schon lange nicht mehr entscheidend dafür, ob Architektur eine gute Architektur ist. Aufgeständerte Photovoltaikanlagen, um nur ein Element von unzähligen heraszugreifen, sind vieles – schön jedoch sind sie meist nicht. Gut hingegen sind sie in der Regel dennoch.

Das technologisch Gute und gesellschaftlich Gewollte in qualitätsvolle Bauwerke, in gute Architektur münden zu lassen, das ist eine Aufgabe, die oft gelingt und leider manchmal auch scheitert. Dann allerdings lohnt sich unter Umständen ein zweiter Blick, um die zunächst verborgenen Qualitäten vielleicht doch noch zu entdecken. Denn gute Architektur leistet heute mehr, als „nur“ einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Im Idealfall macht sie dies allerdings auch – auf souveräne und gekonnte Art und Weise. Zahlreiche Beispiele in dieser Ausgabe zeigen dies.

Harald Link

redaktion(at)greenbuilding-magazin.de

Rubrik: Editorial

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