Innen und außen dicht

Sanierung der Dilldorfschule in Essen

bauplaner 03/2021
Bauen für die Gemeinschaft
Objekte

Mehrere Jahre stand sie leer – jetzt ist die traditionsreiche Dilldorfschule im Essener Stadtteil Kupferdreh nach einer umfassenden Gebäudesanierung und einer kompletten Neugestaltung des Außengeländes wieder in Betrieb.

Die Dilldorfschule im Süden von Essen blickt auf eine lange Historie zurück. 1933 wurde das Gebäude als Grundschule eingeweiht, die bauliche Fertigstellung erfolgte 1935. Drei Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde der Schulbetrieb 1948 wieder aufgenommen. Anfangs war dort eine katholische Grundschule ansässig, ab 1968 eine städtische Gemeinschaftsgrundschule. 2010 musste die Schule aufgrund sinkender Anmeldezahlen geschlossen werden. Nachdem das Gebäude einige Jahre als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, stand es seit 2018 komplett leer.

Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen
Auf der Suche nach Erweiterungsmöglichkeiten verschiedener Grundschulstandorte entschloss sich die Stadt Essen 2018 zur Reaktivierung des in klassischer Ziegel- bzw. Mauerwerksbauweise errichteten Baus und beauftragte das ortsansässige Büro Schröder + Partner Architekten mit der Planung und Bauausführung. Die Aufgabe: Im ersten Bauabschnitt sollte der Bestandsbau modernisiert und für die Anforderungen einer zweizügigen Gemeinschaftsgrundschule mit rund 100 Kindern sowie eine offene Ganztagsbetreuung mit Mensa ausgerichtet werden. Dabei galt es auch, Räume für die Schulverwaltung und weitere schulische Aktivitäten zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen geplant, unter anderem in den Bereichen Barrierefreiheit und Brandschutz. Zum Beispiel sollte ein neues außen liegendes Treppenhaus mit integriertem Aufzug als zweiter Rettungsweg errichtet werden, um für mehr Sicherheit im Brandfall zu sorgen. Außerdem waren aufgrund von starken Feuchtigkeitsschäden umfangreiche Abdichtungsarbeiten am Gebäudesockel sowie in den Kellerbereichen der Schule erforderlich.

Fachgerechte Ausführung der Sockelabdichtung
Für die Sanierung der Sockelfußpunkte des Gebäudes mussten die gesamten Außenwände freigelegt werden. Hierzu war zunächst eine statische Untersuchung der Tragfähigkeit des Bodens notwendig, denn der Erdaushub musste bis 3,50 Meter Tiefe erfolgen. Die Abdichtungsarbeiten führten die Experten von Holz- und Bautenschutz J. Puvogel durch. Geschäftsführer Jürgen Puvogel und sein Sohn Johannes Puvogel erläutern: „Da das Gebäude auf gemauerten Ziegelstreifenfundamenten errichtet wurde, konnten nicht alle Bereiche in einem Arbeitsgang freigelegt werden. So sind wir abschnittsweise vorgegangen.“ Als Erstes reinigten die Spezialisten die Wandflächen. Nach dem Abtragen der losen Putzstellen wurden die Ausbruchstellen mit dem salzspeichernden Ausgleichs- und Porengrundputz „Remmers SP Levell“ geschlossen. Nach ausreichender Trocknung spritzten die Verarbeiter die universell einsetzbare polymere Dickbeschichtung „MB 2K“ in zwei Lagen mit Gewebeeinlage auf. Die Bauwerksabdichtung besteht aus Polymerbindemitteln, Zement, Spezialfüllstoffen sowie Additiven und vereint eine hohe Rissüberbrückung mit einer hohen Druckfestigkeit und Belastbarkeit. Nach der Trocknung wurde der erforderliche „DS Systemschutz“ angebracht und mit einem Schienensystem fixiert. Danach wurde die Baugrube lagenweise verfüllt und verdichtet. Die weiteren Abschnitte wurden ebenso ausgeführt.

Professionelle Abdichtung der Kellerböden und Wände
Auch die Kellerräume der Schule wiesen umfangreiche Feuchtigkeitsschäden auf. So wurden sämtliche aufgehende Ziegelwände zunächst mithilfe von Horizontalbohrungen und Einbringen der lösemittelfreien Silancreme „Kiesol C“ gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit geschützt. Im folgenden Schritt wurden die Fußpunkte im gesamten Ziegelmauerwerk – dort wurde der Putz bauseits entfernt – saniert. Zudem wurden alle losen Fugen ausgekratzt, gestrahlt und gereinigt. Ausbruchstellen sowie tiefer liegende Fugen egalisierten die Verarbeiter von J. Puvogel mit mineralischem Dichtungsspachtel. Dabei wurde zur Untergrundverfestigung und als Grundierung „Kiesol“ 1:1 mit Wasser verdünnt und zur Egalisierung der Grundputz „SP Levell“ eingesetzt. Zusätzlich wurde im Kiesol-System der Hinterfeuchtungsschutz mit der mineralischen Dichtschlämme „WP Sulfatex“ aufgebracht und „frisch in frisch“ die Dichtungskehle aus „WP DS Levell“ ausgeführt. Diese Feuchteschutzmaßnahme unterbindet den kapillaren Feuchtigkeitstransport in das Sanierputzsystem. Sie wurde 50 Zentimeter hoch ausgebildet. Auf den Wandflächen kam das WTA-geprüfte Sanierputzsystem, bestehend aus Vorspritzmörtel „SP Prep“ und dem Sanierputz „SP Top White“, zum Einsatz. In einem weiteren ArbeitsschrittRemmerswurde die Bodenplatte kugelgestrahlt, gefräst, gereinigt und gewässert. Nach der Trocknung wurde die Bodenplatte als nachträgliche Innenabdichtung mit dem Kiesol-System beschichtet.

Standorterweiterung im
zweiten Bauabschnitt geplant

Wenn der erste Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen ist, können sich die Schüler in Essen-Kupferdreh über ein rundum saniertes Gebäude freuen – nicht zuletzt wegen der Bautenschutzsysteme von Remmers. Doch die Arbeiten an der Schule gehen weiter: In einem zweiten Schritt soll ein Erweiterungsneubau auf einem benachbarten Bolzplatz entstehen, der durch eine Brücke mit dem Bestandsgebäude verbunden sein wird. Insgesamt können zukünftig rund 200 Kinder die Schule besuchen.