Nicht nur virtuell: Daten- und Serverschutz

Full-Service für Rechenzentren

bauplaner 11/2020
Brandschutz

Datenschutz ist nicht nur eine virtuelle Aufgabe, sondern auch physisch sicherzustellen: Damit die Servergeschützt arbeiten und nur Befugte Zugang zu den Räumen haben, müssen Rechenzentren hohe Anforderungen an den Rauch- und Feuerschutz erfüllen. Zugangsrechte sind sorgfältig und unter Umständen abgestuft zuerteilen. Damit rückt vor allem ein Bauteil in den Fokus: die Tür.

Beim Stichwort Rechenzentrum denkenviele zuerst an Telekommunikationsanbieter, Streamingdienste und Cloudbetreiber miteinem riesigen Bedarf an Rechenkapazität. Dabei sind Rechenzentren Dreh- und Angelpunkt für die gesamte (digitale) Infrastruktur und spielen eine zentrale Rolle für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist ein Wachstumsmarkt, wobei der Bau von Rechenzentren anspruchsvoll ist und viele hoch spezialisierte Zulieferer daran beteiligt sind. In diesem sensiblen Bereich werden auch an Türen (und deren Produzenten) besondere Anforderungen gestellt. Daher entwickelt die Industrie auf diesen Anwendungsfall maßgeschneiderte Angebote. Der Türen- und Torhersteller Teckentrup hat dafür das korrespondierende Service- und Beratungsangebot erstellt.

Partnerschaft beginnt in der Planungsphase

Schon die Planung der technischen Lösung ist anspruchsvoll mit der Anfertigung von Zeichnungen und den anschließende Freigaben, dem Kontakt mit der Baubehörde und der Detailplanung – auch für die Schlosstechnik und die Peripherie. „Wir arbeiten eng und partnerschaftlich mit den Ingenieurbüros zusammen. Es geht um eine schnelle und vor allem vollständige Angebotslegung und eine intensive Projektbegleitung, danach um kurze Lieferzeiten und Termintreue“, erläutert Pascal Seliger, der bei Teckentrup als Vertriebsleiter International auch weltweite Großprojekte verantwortet. „Im Einzelfall entwickeln wir sogar passende Sonderlösungen und unterstützen Auftraggeber im Zulassungsverfahren.“

Mehr als Brandschutz ist gefordert

Aufbau und Anforderungen eines Rechenzentrums zeigen recht schnell, dass hier erhöhte bauliche Anforderungen gelten: Das Gefahrenpotenzial reicht von Wassereinbrüchen über den Ausfall der Kühlung und den unbefugten Zutritt bis zur Kontamination durch Löschschäume oder Staub, ganz elementar ist der Schutz vor Feuer. Wände, Böden und Decken müssen nach den jeweiligen Feuerwiderstandsklassen F30, F60 oder F90, das heißt „feuerhemmend“, „hochfeuerhemmend“ oder „feuerbeständig“ ausgebildet werden. Dabei geht es weniger um den Schutz vor Bränden, die im Rechenzentrum selbst entstehen. Durch Früherkennungs- oder „earlyfiredetection“-Anlagen (EFD) werden dort Brandherde in der Regel schnell erstickt. Problematischer ist Feuer in angrenzenden Räumen oder Gebäuden. Hier kommen die Türen ins Spiel. Sie müssen einen hohen Feuerschutz aufweisen, das heißt sie sind in einer feuerhemmenden oder feuerbeständigen Ausführung zu planen, sodass sie 30, 60 oder 90 Minuten Feuer widerstehen, und sie müssen besonders dicht sein. Das gilt international. „Unsere Türen weisen europäische Zertifikate vor, für viele Länder sind auch nationale Zulassungen verfügbar“, sagt Seliger.
Auch der Schutz gegen Rauchgas, Spritzwasser und Drucklasten ist für Türen in verschiedenen Gebäudebereichen unabdingbar. Unterschätzt wird beispielsweise die Gefährdung durch Rauch. Rauchgase sind häufig korrosiv und können Materialien von IT-Systemen in kürzester Zeit angreifen. Selbst weiter entfernte Brände bedrohen daher IT-Komponenten. Gase legen schnell weite Strecken zurück und werden im schlimmsten Fall durch die Klimaanlage angesaugt. Seliger: „Für Rechenzentren empfehlen wir eine Rauchgasdichtigkeit nach EN 18095 und mindestens Schutzlevel IP56, also der Schutz vor Staub und starkem Strahlwasser“. Hinzu kommen die Sicherheitsanforderungen für den Zugang. Der Einbruchschutz sollte mindestens Widerstandsklasse RC 2, besser RC 3 sein, um die sensiblen Räume vor fremdem Zutritt zu schützen. Auch die Zugangstechnik braucht ein Konzept: Da innerhalb eines Rechenzentrums häufig mehrere Mietparteien zusammenkommen, muss eine geregelte, abgestufte Zutrittskontrolle für definierte Zonen im Gebäude geschaffen werden. Unter Umständen haben diese wiederum verschiedene Anforderungen an die Sicherheit und daraus resultierend auch unterschiedliche Anforderungen an die Schlösser und die Zugangstechnik, zum Beispiel elektrische Schlösser, Magnetkontakte, Riegelkontakte, Panikfunktionen und deren Kompatibilität zu (bauseits gestellten) Kartenlesegeräten oder Fingerabdrucksensoren.
Eine große technische Herausforderung stellt die Bauweise der Serverräume (Cages) dar, denn aufgrund der dort üblichen Doppelböden gelten beim Brandschutz die Anforderungen für „erhöhte Einbaulagen“ in Verbindung mit Leichtbauständerwänden. Teckentrup bietet eine Feuerwiderstandsklasse bis 90 Minuten in erhöhten Einbaulagen ohne projektspezifische Zulassung (Zulassung im Einzelfall) an.

Kleine Komponenten – große Türen

Auch die Größe der Bauelemente spielt eine Rolle – und die Breite der Produktpalette. Überformate für die Türen werden immer häufiger angefragt, weil für die steigenden Rechen- und Speicherkapazitäten auch immer größere Serverschränke in die „Data Halls“ kommen. Dafür hat Teckentrup Druck- und Sicherheitstüren bis zu einer Größe von 3000 x 3000 mm im Programm. Aktuell arbeitet das Unternehmen daran, insbesondere für das Exportgeschäft, die Montage in Sandwichpaneelen zu ermöglichen. Dies ist vor allem bei Rechenzentren relevant, die im Inneren mit dieser Sandwichkonstruktion in unterschiedliche Bereiche oder Räume geteilt werden. Sie sind schneller errichtet und daher günstiger im Bau. Bei all dem profitieren die Kunden von der hohen Expertise des eingespielten Projektmanagementteams.