Parameter einer korrekt ausgeführten Sockeldämmung

Effektiv und wärmebrückenfrei gedämmt

bauplaner Dämmtechnik 12/2019
Dämmtechnik

Der Sockel kann als Fuß eines Gebäudes bezeichnet werden und seine Dämmung als Bindeglied zwischen Fassaden- und Perimeterdämmung. Alle drei Bereiche der Gebäudehülle müssen hinsichtlich der Belastungen, denen sie ausgesetzt sind und den daraus resultierenden Anforderungen an die verwendeten Materialien, klar voneinander getrennt werden.

Der Sockel wird auch als Achillesferse des Gebäudes bezeichnet. Er stellt kein genormtes Bauteil dar und kann optisch unterschiedlich ausgeführt werden, beispielsweise als zurückgesetzter oder vorgesetzter Sockel. Entsprechend variiert seine Höhe. Zusätzlich zur üblichen Feuchtigkeitsbelastung wird der Sockel durch Oberflächen- und Spritzwasser, Frost und Verschmutzungen beansprucht sowie den unterschiedlichsten mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Der Sockel ist damit in puncto Feuchtigkeit eine Schwachstelle am Gebäude.
An dieser Achillesferse ist die Gefahr besonders groß, dass Wasser eindringt und dann nach unten in den Keller wandert oder nach oben in die Wohngeschosse. Dies kann die Substanz des Hauses ernsthaft schädigen und in der Folge eine aufwändige sowie kostenintensive Sanierung erfordern.
Eine weitere Besonderheit stellt die Entstehung von Wärmebrücken in diesem Bereich dar. So bestehen Keller meist aus Beton und weisen damit deutlich schlechtere Dämmeigenschaften auf als das Mauerwerk darüber.
Beton benötigt also eine wirkungsvollere Wärmedämmung als Ziegel. Zusammengefasst kann somit festgehalten werden, dass der Sockel zwei wichtige Funktionen hat: zum einen Feuchtigkeit vom Gebäude fernzuhalten, zum anderen Wärmebrücken, die über innen anschließende Kellerdecken entstehen können, zu verhindern.

Spezielle Dämmplatten für den Sockelbereich

Ziel muss es also sein, den U-Wert über die gesamte Fassade hinweg gleich niedrig zu halten. Dies ist nur mit hoch entwickelten Produkten zu schaffen, die speziell für den Sockelbereich angeboten werden. Im Perimeterbereich nach DIN 18533 mit den Wassereintragsklassen W2-1 und W2-2 dürfen nur Dämmplatten eingesetzt werden, die über eine entsprechende Bauartgenehmigung verfügen. Im Sockelbereich ist dies nicht der Fall, dennoch wird empfohlen, spezielle Dämmplatten für den Sockelbereich mit der Eignung auf Abdichtungen im Spritzwasserbereich nach DIN 18533 W4 einzusetzen, beispielsweise die Produkte „Austrotherm XPS Premium P“ sowie „Austrotherm XPS Plus P“ und „Austrotherm XPS TOP P“. Denn sie bestehen aus kapillar nicht wasserleitendem XPS, was dem Trockenhalten der Bausubstanz dient, andererseits aber auch auf Dauer die volle Dämmwirkung sicherstellt. Ein nasser Dämmstoff kann nämlich nicht mehr dämmen. Darüber hinaus ermöglichen die Produkte von Austrotherm durch Lambdawerte von 0,027 W/mK bzw. bis 0,039 W/mK je nach Einbausituation eine effektive Wärmedämmung und damit eine Vermeidung von Wärmebrücken. Weil Sockeldämmplatten verputzt werden, der Putz aber auf einer glatten Oberfläche keinen Halt findet, sind die Sockeldämmplatten des Herstellers, anders als zum Beispiel Dämmplatten für den Perimeterbereich, zudem mit einer geprägten Oberfläche ausgestattet. Sollte eine mechanische Befestigung nötig sein, so ist dies bei den Produkten ebenfalls möglich. Allerdings sollten Dübel erst ab 15 Zentimeter oberhalb der Geländeoberkante angebracht werden. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass die Abdichtung beschädigt wird.

Ein Hinterlaufen von Wasser ist auszuschließen

Trotz der positiven Eigenschaften der XPS-Dämmstoffe muss vermieden werden, dass die Dämmschicht von Wasser hinterlaufen wird. Dies kann zum Beispiel durch auf der Geländeoberfläche fließendes Wasser oder von der Fassade abfließendes Niederschlagswasser geschehen. Deshalb sei hier auf die DIN 18533 verwiesen, die die Anschlüsse von Abdichtungen am Gebäudesockel regelt.
Die Austrotherm Sockeldämmplatten werden vollflächig oder im Punkt-Wulst-Verfahren auf die vorhandene Bauwerksabdichtung geklebt. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass keine Hinterströmung stattfinden kann. Punktverklebungen sind daher nicht geeignet. Die Anbringung erfolgt mit mineralischen oder kunstharzgebundenen Klebern. Die Sockeldämmplatten werden anschließend klassisch verputzt und bei Bedarf gestrichen, verfliest oder mit einem Dekorputz versehen.

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