Tür und Tor für die Logistik

Neubau eines Versandzentrums mit Kalthalle

bauplaner 3/2019

Im mainfränkischen Burgbernheim errichtete die Firma Symbiolog ein witterungsunabhängiges Versandzentrum mit einer Grundfläche von über 11.000 Quadratmetern insbesondere für Langware. An die fußbodenbeheizte Versandhalle ist ein Hochregallager angeschlossen, gedämmte Verladestationen und ein ausgeklügelter baulicher  Brandschutz runden das Konzept ab.

Die Firma Symbiolog ist eine Ausgründung des Unternehmens Müpro, einem Produzenten von Befestigungs- und Brandschutztechnik.  Die Anfänge des Projektes gehen bis in das Jahr 2014 zurück, als Müpro in Burgbernheim ein Versandzentrum für sich vorsah. Es kam jedoch anders: Die Logistiksparte wurde ausgegliedert und mit der heutigen Firma entstand ein unabhängiger Logistikdienstleister. Verpackt und versendet werden nicht mehr allein typische Müpro-Produkte wie Rohrschellen, Dichtungsbänder und Brandschutzartikel, sondern auch bis zu 6 Meter messende Langware. Letztere kann nicht über eine klassische Verladestation vom Heck aus im Transportfahrzeug platziert werden, die Ware muss seitlich mit einem Stapler auf Planenaufliegern eingehoben werden. Zudem sollte die Beladung witterungsunabhängig erfolgen können, weshalb die Ingenieure der Stuttgarter Baumann Generalplanung eine Kalthalle vorsahen. Dieser schleusenartige Anbau wurde an der westlichen Schmalseite platziert; er ist so lang, dass zwei 40-Tonner hinterein ander darin beladen werden können. Es gibt zwei gegenüberliegende Zufahrten, die von ihren lichten Höhen und Breiten für Sattelzüge ausgelegt sind. Geschlossen werden diese mit Industrie-Sektionaltoren des Herstellers Novoferm. Die Tore entstammen dessen 40-Millimeter-Profilserie. Die Torglieder sind teiltransparent ausgeführt und weisen seitliche Nebentüren auf, die eine schnelle und sichere fußläufige Passage ermöglichen. Eine Brandwand trennt thermisch die unbeheizte Kalthalle von dem warmen Lager- und Logistikbereich.

„Der Grundriss des Logistikzentrums war weitgehend alternativlos“, erläutert der Generalplaner  Ulrich Baumann. „Aufgrund der logistischen Abläufe machte es nur Sinn, das Hochregallager an der abgewandten Schmalseite zu platzieren. Der Verladehof musste wiederum zur Zufahrt hin orientiert sein, diemomentan noch am Grundstück endet. Hinter  den Hallen liegen Felder; noch ist die Rückseite geschlossen, aber eine dahingehende Erweiterung ist möglich. Die Verwaltung liegt oberhalb der Verladestationen, da dort die lichte Hallenhöhe reduzierbar war, ohne das Lagervolumen zu minimieren.“ Bewusst präsentiert sich der aus seiner Funktionalität heraus entwickelte Bau nach außen hin zurückhaltend. Seine Aluminiumfassade wurde in einem weiß-silbernen Ton angelegt, der sich kaum vom Himmel abhebt. Die Zurückhaltung war dem Bauherrn wie auch der Gemeinde ausgesprochen  wichtig.

Kälte bleibt überall draußen
Der Hallenkomplex wird nicht durch Radiatoren  oder Heizstrahler erwärmt, sondern durch eine im Niedertemperaturbereich betriebene Fußbodenheizung. Bislang war so eine Lösung in der Logistikbranche unüblich, da sowohl die Heizleitungen wie auch der Estrich schnell durch das Gewicht umherfahrender Stapler Schaden nahmen. Der Generalplaner Ulrich Baumann umging das Problem, indem er die gesamte Bodenplatte von unten dämmen und die Heizschleifen direkt in die Bodenplatte einbetonieren ließ. Nach dem Stocken des Betons wurde dieser lediglich abgezogen; die Stapler fahren de facto auf dem Rohbau.

Die Planer haben zudem energieeffizient gedacht und einen nachhaltigen Betrieb vorgerüstet. Nicht zuletzt aufgrund der Niedertemperaturfußbodenheizung könnte man zukünftig  problemlos auf regenerative Energien wie Bodensonden oder Solarthermie umsteigen. Verbaut wurden wärmegedämmte Verladestationen wiederum vom Hersteller Novoferm. Der Typ „NovoDock L530i“ ist so konzipiert, dass mögliche Kältebrücken bei der Lkw-Beladung reduziert sind. Ausgestattet sind diese Stationen neben dämmenden Torabdichtungen auch mit Anfahrpuffern und mechanischen Einparkhilfen für ein sicheres Rücksetzen in die korrekte Beladeposition.

Brandabschnitte
Neben einer Witterungsunabhängigkeit galt es  auch, die Innenbereiche – insbesondere brandschutztechnisch – zuverlässig zu trennen. So ist das Verpackungslager durch eine überbreite, zweiflügelige Novoferm Stahltür der Serie „NovaPorta Premio“ der Feuerwiderstandsklasse T90 gesichert. Im Erdgeschoss verbinden drei Premio Stahlblechtüren gleicher Bauart und ebenfalls ausgeführt in einer T90-Version die Versandhalle mit dem anschließenden Verwaltungsbereich. Daneben führt eine Gitterrosttreppe ins Obergeschoss der Verwaltung. Hier ermöglicht eine Novoferm Rohrrahmentür aus Aluminium der Serie „NovoFire in T90“ einen direkten und transparenten Zugang zu den angrenzenden Büroräumen. Durch weitere Novo- Fire Rohrrahmentüren ist auch das als Fluchtweg eingestufte repräsentative Treppenhaus mit optimalem Brandschutz ausgestattet. Dies beginnt unmittelbar am Haupteingang, linker Hand schließt sich daran der Empfang an. Eine NovoFire F90 Verglasung mit integrierter Rohrrahmentür der Feuerwiderstandskla sse T90 trennt die beiden Bereiche. 

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