Vogelschutzglas im Großformat

Optimaler Schutz für Vögel bei maximaler Transparenz

Bauplaner 09/2022
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Green Engeneering: Umwelt, Energie, Mensch
99 Prozent transparente Fläche und dennoch sichtbar für Vögel: Ein neues Druckraster für Fassadenglas verbindet maximale Transparenz mit optimalem Vogelschutz. Es verhindert mehr als 90 Prozent des Vogelanpralls. Die hohe Wirksamkeit wurde in Flugtunnelversuchen der Biologischen Station Hohenau-Ringeldorf (Österreich) bestätigt.

Große Glasflächen liegen im Trend. Sie bieten Transparenz, Tageslicht im Innenraum und eine attraktive Architektur. Zugleich steigt bei großen Verglasungen die Gefahr des Vogelanpralls. Durch Reflexionen und Spiegelungen oder unter bestimmten Lichtverhältnissen werden die Gläser für manche Vögel zur Gefahr. Verantwortungsvolles Bauen setzt in diesen Fällen auf Vogelschutzglas. Am Markt gibt es bereits verschiedene Lösungen, um Vogelanprall zu verhindern: Druckmuster, spezielle Beschichtungen oder Interlayer. Dabei ist stets ein Ziel, den effektiven Schutz mit größtmöglicher Transparenz zu vereinen. Eine solche Lösung liefert das sedak-Druckbild: Optimaler Anprallschutz (das meint: Anprall sinkt auf weniger als zehn Prozent im Vergleich zur Standardscheibe) bei einer Bedruckung von nur etwa einem Prozent der Glasfläche. Kein anderes Vogelschutzglas benötigt so wenig bedruckte Fläche für die Schutzwirkung. Zugleich erreicht es ein höheres Schutzniveau als alternative Konzepte. Die hohe Wirksamkeit bestätigt die wissenschaftliche Analyse der auf den Vogelschutz spezialisierten international anerkannten Biologischen Station Hohenau-Ringeldorf in Österreich. Das sedak-Muster kommt auf Position 1 auf das Glas. Durch den keramischen Digitaldruck ist es kratz- und UV-beständig. Das Druckmuster ist in seiner Größe nicht limitiert und somit für die bisherigen Maximalformate von 3,60 m x 20 m als Sicherheits- und Isolierglas lieferbar.

Ästhetisch und variabel durch Digitaldruck
Zwei Ausführungen sind verfügbar: Punkte oder Quadrate, angeordnet in einem homogenen Raster. Druckbild und Farbton wirken dezent, elegant und ästhetisch. Der Druck fügt sich somit harmonisch in eine moderne Architektursprache ein. Als Spezialist für Glas im Überformat ist die Fertigungskompetenz bei sedak bereits vorhanden: Keramischer Druck ist dort eine ausgereifte Technologie. Transparente Architektur mit hohem Glasanteil und großen Flächen ist jetzt auch mit hoher Verantwortung für die Fauna möglich.

Was Vögel schützt
Es gibt Vögel, die Glas unter bestimmten Bedingungen nicht als Hindernis erkennen können. Sie sehen Spiegelungen, die ihnen beispielsweise einen Baum vorgaukeln, oder sie halten eine Über-Eck-Verglasung für eine Möglichkeit zum Durchflug. Auch besondere Lichtverhältnisse können Vögel irreführen. Vogelschutzglas verfolgt das Ziel, Gläser für Vögel erkennbar zu machen – möglichst ohne dafür viel Transparenz einzubüßen. Je größer die verglaste Fläche ist, desto höher das Risiko für die Vögel. In den vergangenen Jahren wurden neue Schutzkonzepte entwickelt, um den Vogelanprall zu verhindern beziehungsweise deutlich zu senken. Den effektivsten Schutz für großformatige Gläser bietet der Digitaldruck. Bislang war für hohes Schutzniveau jedoch ein Flächenanteil von sieben bis 50 Prozent zu bedrucken. Die sedak-Lösung ist das aktuelle Optimum beim Schutz mit zugleich dem weitaus geringsten Anteil Druckfläche. 


Die Wirksamkeit eines Glases vor Vogelanprall wird in Prozent angegeben, je niedriger der Wert liegt, desto wirksamer ist der Schutz. Dieser Wert – der sogenannte „Threat Factor“ – gibt an, wie hoch die Anflugquote im Vergleich zu konventionellem Glas ist. Die WUA (Wiener Umwelt Anwaltschaft) empfiehlt, hochwirksame Gläser mit Werten bis zehn Prozent einzusetzen. Gläser über zehn bis zwanzig Prozent klassifiziert sie als bedingt geeignet. Der BUND hat diese Empfehlung weitestgehend übernommen.

 

Wirksamkeitstest im Flugtunnel
Um zu prüfen, wie gut ein bestimmtes Prinzip Vogelanprall senkt, werden die entsprechend aufgebauten Scheiben einem aufwändigen Test unterzogen. Die Biologische Station Hohenau-Ringelsdorf (Österreich) hat dafür einen speziellen Flugtunnel konzipiert. Die Prüfung erfolgt nach einem festgelegten Standard („WIN-Test“). Hierbei wird eine realitätsnahe Situation simuliert, zugleich stellt der Aufbau sicher, dass bei den Durchflug-Versuchen kein Vogel zu Schaden kommt. Der 7,50 Meter lange Tunnel berücksichtigt beispielsweise Spiegelungen und ist drehbar gelagert, um der Sonne folgen zu können (gleichmäßiger Lichteinfall). Am Ende des Tunnels fängt ein spezielles, artgerechtes Netz die Vögel sicher auf. So kommen sie sofort nach dem Flug durch den Tunnel wieder in Freiheit. Für die Tests kommen nur beringte Wildvögel der biologischen Station zum Einsatz, dadurch ist sichergestellt, dass die Vögel nur für einen Testflug eingesetzt werden. Eine Videokamera zeichnet die Flüge auf. Die Anflüge auf die Testscheibe werden dann mit einer Referenzscheibe verglichen. Weichen mindestens 90 Prozent der Vögel aus (Anflüge unter zehn Prozent), erreicht das Glas die Klasse „hochwirksames Vogelschutzglas“.