Dachbegrünung und PV-Röhren

greenBUILDING
Gebäudetechnik
Produkte
Green Engeneering: Umwelt, Energie, Mensch
Energie, Klima und Dämmung
Naturmaterial am Bau

Die Kombination von Dachbegrünung mit den neuartigen Photovoltaik-Röhrenmodulen bietet großes Potential. Marktgängig sind bisher Photovoltaik-Flächenmodule, die mit Extensivbegrünung kombiniert werden, um Synergieeffekte zu erzielen. Nun eröffnet die Kombination noch größere Vorteile dank ihrer Durchlässigkeit von Licht, Wind, Wasser und Schnee und erweitert das Anwendungsspektrum sogar bis in die Intensivbegrünung. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte das "Duo" auf dem Hochschulwettbewerb SDE 21-22 in Wuppertal.

Grün und PV-Röhren

Die innovativen Kooperationspartner hinter dem "Duo" sind ZinCo als Dachbegrünungsspezialist und das Start-up-Unternehmen TubeSolar AG als Hersteller der PV-Röhrenmodule. Röhrenförmige Module kennt man bislang aus der Solarthermie (Gewinnung von Wärme für die Warmwasserbereitung und Heizung), jetzt halten sie auch Einzug in die Photovoltaik (Stromgewinnung) und punkten dort in vielerlei Hinsicht.

Gleichmäßige Stromgewinnung

Grundsätzlich ist eine gleichmäßig über den Tag verteilte Stromgewinnung erstrebenswert. Diese korreliert zeitlich mit dem Stromverbrauch und erfordert so weniger Speicherkapazitäten. Außerdem trägt dies zur generellen Netzentlastung bei. Zum Vergleich: auch Flächenmodule werden zunehmend in Ost-West-Ausrichtung montiert – entweder geneigt in Sattel- oder Schmetterlingsbauweise oder neuerdings auch senkrecht mit bifacialen Photovoltaikmodulen. Diese Bauweise erzielt bereits zwei Peaks im Tagesverlauf, morgens und abends.
Noch besser schneiden jetzt die Röhrenmodule ab: sie erzeugen nämlich über den Tag ganz kontinuierlich Strom, da die Sonnenstrahlen zu jedem Zeitpunkt des Tages genau im rechten Winkel auf den jeweiligen Röhrenabschnitt auftreffen – wie die Grafik zur Sonneneinstrahlung verdeutlicht.

Leichtbauweise möglich

Die Röhrenmodule punkten dank ihrer zylindrischen Form und der vorhandenen Zwischenräume in vielen weiteren Aspekten, angefangen von der Selbstreinigung bis hin zu klaren Statikvorteilen. Die leichten Röhrenmodule in horizontaler Bauweise bieten eine deutlich geringere Wind-Angriffsfläche, wodurch die Aufständerung kleiner dimensioniert werden kann. So ist eine kostengünstige Leichtbauweise möglich. Die horizontale Aufständerung macht die Montage zudem einfach und schnell. Und diese funktioniert ohne Dachdurchdringung, da die Solarbasisplatten von der Substratauflast der Dachbegrünung lagesicher gehalten werden. Damit die Anlage für Pflege und Wartung zugänglich bleibt, können entweder von vornherein Wartungsgänge vorgesehen werden oder die Röhrenmodule können von ihrer horizontalen Aufständerung ganz leicht ausgehängt werden.

Win-win-Situation

Die Solaranlage selbst profitiert vom Gründach durch eine kühlere Umgebungstemperatur und einen dadurch messbar gesteigerten Ertrag, denn Photovoltaikmodule funktionieren immer temperaturabhängig.
Umgekehrt profitiert das Gründach von der Wasser- und Lichtdurchlässigkeit der Röhrenbauweise und findet hier optimale Wachstumsbedingungen. Die partielle Beschattung der Vegetation hat dabei sogar Vorteile, vor allem in trockenen Regionen. Die Verdunstung wird reduziert (Wasserverbrauch) und die Pflanzen werden vor zu intensiver Sonne geschützt. Zudem sind sie auch besser gesichert vor Hagel und Vogelfraß.

Breites Spektrum

Das größte Marktpotential liegt im Bereich der Industrie- und Gewerbedächer, aber genauso lohnt es auf städtischen oder Privatgebäuden, die das Flachdach mit Extensivbegrünung zur maximalen Stromgewinnung nutzen wollen. Und das ist nicht nur für Neubauten interessant, sondern auch auf bereits bestehenden Gründachflächen möglich, sofern es die Statik zulässt.
Darüber hinaus weitet sich das Anwendungsspektrum sogar auf den Bereich der Intensivbegrünung aus, denn hier können die Röhrenmodule einfach in beliebiger Höhe montiert und damit unmittelbar als Terrassenüberdachung genutzt werden.

Erster öffentlicher Auftritt

Der ZinCo-Dachgarten mit PV-Röhren nahm in Wuppertal am Solar Decathlon Europe SDE 21-22 teil, dem Hochschulwettbewerb für nachhaltiges Bauen und Wohnen in der Stadt. Er ist Bestandteil des voll funktionsfähigen und bewohnbaren Gebäude-Demonstrators, den das Team X4S der Hochschule Biberach geplant und umgesetzt hat.

Der Dachgarten besticht durch ein großes Holzdeck und ist auf seiner gesamten Dachfläche von 64 m² mit den PV-Röhrenmodulen als Pergola gestaltet. Und unter dieser lichtdurchfluteten Beschattung wachsen verschiedenste Stauden, Gräser und Halbsträucher in den Pflanzbereichen sowie Gemüse und Kräuter in Hochbeeten. Noch ein Clou in Sachen Nachhaltigkeit: der verwendete ZinCo-Systemaufbau "Retentions-Gründach" kann bis zu 95 Liter Regenwasser pro Quadratmeter speichern und dieses zeitverzögert abfließen lassen. Das entlastet die Kanalisation bei Starkregen.

Innovativ denken

Nicht nur Hersteller dürfen innovativ denken, auch Bauplaner und Architekten dürfen kreativ sein. Sie dürfen aus dem Vollen schöpfen und die heutige Solartechnik und Begrünungstechnik mit ihren maximierten Ökosystemleistungen nutzen und vielfältig kombinieren, und zwar ohne Flächenkonkurrenz. Photovoltaik, Retention, Terrassenflächen, Biodiversität und Urban Farming gehen Hand in Hand und mit den PV-Röhrenmodulen sogar besonders intelligent.

Weitere Informationen

Mehr zum Hersteller unter zinco-greenroof.com

Anzeige

Jetzt HDI Ingletter lesen!

HDI_INGLetter_Mai_2022_HB.png
HDI_INGLetter_Mai_2022_DB1.png

Die Haftung von Architekten...
In­ge­nieu­ren und Bau­un­ter­neh­mern für Drit­te und Em­bar­gos
Durch bei­spiels­weise Em­bar­gos bzw. San­ktio­nen also mit­tel­bar­en Ein­grif­fen durch den Staat, die EU oder an­de­re sup­ra­na­tio­na­le In­sti­tu­tio­nen als Drit­tem in das Bau­vor­ha­ben während der Pla­nungs- oder Aus­führ­ungs­pha­se kann es zu Haft­ungs­fra­gen kom­men. In diesem Zu­sam­men­hang sol­len Fra­gen zur Haf­tung des Bau­plan­ers und eine mö­gli­che Haf­tung des Bau­un­ter­nehm­ers näh­er be­leuch­tet wer­den.

 
HDI_INGLetter_Mai_2022_DB2.png

Datenschutz...
im digitalen Zeitalter

Die Er­fas­sung und Spei­che­rung von Kun­den­da­ten, die Ver­sen­dung von E-Mails, die Nut­zung di­gi­ta­ler Ar­beits­met­ho­den wie Buil­ding-In­for­ma­tions-Mode­ling (BIM) und Droh­nen, die Durch­füh­rung von Web-Mee­tings und Home-Of­fi­ce ge­hö­ren zur täg­li­chen Ar­beit. Da­mit sind zwangs­läu­fig auch Haft­ungs­ri­si­ken ver­bun­den, die zu Da­ten­ver­än­de­run­gen oder Da­ten­be­hin­der­un­gen bei Drit­ten führ­en.