Kann Gebäudesanierung auch ohne Förderung wirtschaftlich sein?

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BVGeM legt "Aktionsplan Klimaschutz" für Gebäudesanierungen vor

Der unabhängige Bundesverband Gebäudemodernisierung e.V. (BVGeM) hat einen "Aktionsplan Klimaschutz" entwickelt, der nach eigener Aussage die Ziele von Hauseigentümern, der Bauschaffenden und des Klimaschutzes wirtschaftlich vereint.

Der Bundesverband Gebäudemodernisierung BVGeM e.V. arbeitet bereits seit 2018 an einem Szenario "Sanieren ohne Förderzuschüsse" und präsentiert jetzt diesen Ansatz mit dem "Regionalen Aktionsplan Klimaschutz im Gebäudesektor": Um den Gebäudebestand klimaneutral zu sanieren, brauche es eine "neue Baubranche" und weniger eine Subventionierung veralteter Strukturen.

Antragsbürokratie und energetische Bauüberwachung

Zum Erreichen der Klimaziele sind in Deutschland 1.250.000 Wohnungen pro Jahr zu sanieren. Kostenpunkt derzeit: 60.000 bis 80.000 Euro je Wohnung. Bei einem jährlichen Fördervolumen von 10 Milliarden Euro gibt es lediglich 8.000 Euro je Wohnung. Die komplizierte Förder-Bürokratie inklusive Baubegleitung durch einen Energieberater übersteigen schnell diesen 8.000-Euro-Zuschuss.

Sinneswandel beim Klimawandel: Mehrwertsteuer senken, Bauprozesse optimieren

Der BVGeM-Vorschlag nennt im Kern die Transformation der Baubranche und den vollständigen Verzicht auf Zuschüsse. "Wir brauchen einen Sinneswandel beim Klimawandel vor allem durch optimierte Bauprozesse. Dadurch lassen sich die Kosten einer Sanierung um 30 bis 50 Prozent senken", erläutert Bauingenieur Ronald Meyer, Vorstand und Sprecher des BVGeM.

Als staatliche Leistung schlägt der Verband vor, den Mehrwertsteuersatz für klimaschützende Bauleistungen von 19 auf 7 Prozent zu senken. Die geringeren Steuereinnahmen werden durch den Wegfall der Fördergelder und die Ersparnis in der Verwaltung aufgefangen, zugleich wirkt die Umstellung wie ein Konjunkturprogramm. "Viele Sanierungen sind letztlich für unter 40.000 Euro pro Wohnung realisierbar und vollständig über eingesparte Energiekosten zu finanzieren", betont Jan Paruzynski vom BVGeM-Beirat "Energieberatung und Energieeffizienz". Andreas Klingerbeck, Vorsitzender des BVGeM-Beirates "Klimaschutz und Nachhaltigkeit", ergänzt: "Wir erarbeiten derzeit einen Vorschlag für ein KfW-Förderprogramm, bei dem neben Klimaschutz auch alle bautechnischen Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden."

Klimaschutz ist Vermögensbildung

Hauseigentümer finanzieren ihre private Energiewende demnach allein über eingesparte Heizkosten. Unterm Strich bedeutet das, dass man das Geld so oder so ausgibt: Entweder es wird verheizt oder es wird in die eigene Immobilie investiert. Diesen Standpunkt wird die "alte" Energiewirtschaft nicht teilen.

Weitere Informationen

Mit dem "Regionalen Aktionsplan Klimaschutz im Gebäudesektor" legt der BVGeM e.V. ein Umsetzungskonzept für Klimaschutz und Energieeffizienz vor, das ganzheitlich angelegt ist und so für alle Beteiligten Vorteile bringe:

"Mit regionalen Netzwerken aus Handwerksbetrieben und der Kommunalverwaltung lässt sich das Thema ‚Klimaschutz im Gebäudebestand‘ in den jeweiligen Regionen erfolgreich anschieben", so Maren Dern und Bernd Fuss vom BVGeM-Beirat "Kommunales Klimaschutzmanagement".

Mehr über den Bundesverband Gebäudemodernisierung e.V. erfahren Sie unter bvgem.de