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Eine Fotografie ist das Abbild eines Ortes und gleichzeitig subjektiver Ausdruck des Fotografen. Diese Eigenschaften wirken sich besonders auf den Raum aus, der durch das Medium in die Zweidimensionalität gezwungen wird. Die teils groß­for­ma­tigen Bilder des nieder­­ländi­schen Architekten Willem Bruijn arbeiten mit jenen Spannungsfeldern zwischen Form und Raum und erzeugen Bilder, die losgelöst vom Kontext eine malerische Faszination offenbaren.
Vernissage: 12. September 2018
Ausstellung: 13. September bis 20. November 2018
In Zeiten von Smartphone und Social Media ist die Fotografie vom einst wohl durchdachten Arrangement oder gekonnten Schnappschuss zum vielseitigen Medium geworden. Heute ist das Foto Erinnerungsstück, schnelle Notiz, inszenierte Momentaufnahme und günstige Massenware. Mehr denn je ist das Motiv der Subjektivität des Fotografen unterworfen. Und des Betrachters. Der Raum wiederum wird beim Transferieren zur Fotografie in die Zweidimensionalität gezwungen und ist fortan darauf angewiesen, vom Betrachter als wieder Raum wahrgenommen zu werden. Dieses besondere Verhältnis zwischen Zwei- und Dreidimensionalität führen immer wieder zu neuen Bildeffekten, grafischen Mustern, Oberflächen, Strukturen und Farben, die einem Bild eine weitere Betrachtungsebene verleihen. Kann ein Foto also noch als abgebildeter Ort gesehen werden oder muss losgelöst davon sogar eine eigene Bildsprache entwickelt werden?
Mit seinen Bildern zeigt der niederländische Architekt Willem Bruijn eben jene Motive, die herausgerissen aus ihrem Kontext eine eigene Faszination entwickeln. Seine teils großformatigen Bilder bilden Alltags- und Durchgangsorte, die oft nur wenig Beachtung finden. Willem Bruijn schafft es, sie aus ihrer Anonymität zu holen und ihnen im Rampenlicht eine neue Bedeutung zu geben. Die Räumlichkeit wird dabei manchmal sogar eliminiert und durch Grafiken ersetzt, die Raum für Neuinterpretationen lassen. Seine Fotografien sind Entdeckungsreisen in die eigene Subjektivität.
Willem Bruijn
hat an der TU Delft Architektur studiert und ist seit 1991 als Architekt zunächst in den Niederlanden tätig. 2002 wechselte er zu Baumschlager Eberle in Lustenau und war dort bei Dietmar Eberle bis 2017 als Managing Partner für internationale Projekte verantwortlich. Seit 2017 ist er Director International Affairs für die skandinavischen Krook & Tjäder Architects. Parallel zu seiner Arbeit als Architekt lehrte Willem Bruijn an verschiedenen Hochschulen, etwa an der EPFL Lausanne. Seine Fotografie – die dritte architektonische Leidenschaft – entsteht während der Reisen, die ihn auf viele Kontinente weltweit führen. Sie drückt aus, was ihn am meisten interessiert: „das Dauerhafte, Zeitlose, Objekte mit Schönheit und Funktion, kulturell örtlich geprägte Szenerien, Landwirtschaftsgebäude, Industriegebäude und Klöster, die durch ihre Schönheit und ihr Anpassungsvermögen nachhaltig sind“, wie er beschreibt. Am Computer findet keine Nachbearbeitung seiner Bilder statt, lediglich der Ausschnitt wird mitunter neu gewählt. Seine Arbeiten wurden bereits in zwei Ausstellungen in Bregenz gezeigt.
Vernissage:
Mittwoch, 12. September 2018, Einlass 19 Uhr

Das Raumgeflüster:
ab 19:30 Uhr mit Thomas Geuder, Willem Bruijn und dem Publikum

Im Anschluss:
Get-Together bei Getränken und Fingerfood
Anmeldung:
erbeten, Kontaktformular oder Facebook.
Dauer der Ausstellung:
13. September bis 20. November 2018 (inklusive Galerieferien)
Ort: 
Die Raumgalerie, Ludwigstraße 73, 70176 Stuttgart

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