Wirtschaftliche Lage von Bauplanungsbüros gefärdet

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Schnellumfrage des Verbands Beratender Ingenieure VBI

Baukostensteigerungen, Bauzeitverlängerungen und stornierte Aufträge gefährden inzwischen auch die wirtschaftliche Lage der Bauplanungsbüros. Das zeigt die  Schnellumfrage des Verbands Beratender Ingenieure (VBI) im Juli 2022.

91 Prozent der teilnehmenden 233 Planungsunternehmen beklagen inzwischen teils erhebliche Störungen der Projektabläufe. Über 90 Prozent der Unternehmen berichten von Bauzeitverlängerungen, wobei die Mehrkosten nur bei 43 Prozent geltend gemacht werden können, 57 Prozent der Unternehmen tragen die Kosten allein.
Noch düsterer sieht die Zukunft aus: 34 Prozent der Unternehmen verzeichnen Kündigungen öffentlicher Aufträge, bei privaten Aufträgen sind es sogar 42 Prozent. Mittlerweile fürchten 61 Prozent der Unternehmen wirtschaftliche Auswirkungen, 15 Prozent haben Angst in wirtschaftliche Schieflage zu geraten. Insolvenzen werden befürchtet.

Die gestörten Lieferketten, stark steigende Material-, Rohstoff und Energiepreise sowie eine Inflation von acht Prozent, mit erheblichem Druck auf die Personalkosten, führen zur Verunsicherung öffentliche und privater Bauherren. Dies sind klare Anzeichen einer disruptiven Marktentwicklung mit negativen Auswirkungen auf die Sicherstellung der zukünftigen Mobilität, Energiewende und Sanierungsoffensive.

Dazu erklärt VBI-Präsident Jörg Thiele: "Die Ergebnisse sind dramatisch. Wenn die Auftragslage tatsächlich dauerhaft in diesem Maße zurückgeht, werden wir eine starke Rezession erleben, die einige Planungsbüros nicht überleben werden. Angesichts der von der Politik eingeleiteten Energiewende, dem Ausbau der Infrastruktur, der geplanten 400.000 neuen Wohnungen und der Verdoppelung der Brückensanierungen wäre dies ein erhebliches Hindernis. Wir brauchen unbedingt mehr Planungskapazitäten im Markt und nicht weniger. Wir wissen noch aus der letzten Krise: Personalkapazitäten, die heute abgebaut werden, sind morgen nicht wieder da. Das sehen wir derzeit auch in anderen Branchen."
Der VBI fordere daher die Politik auf, die Krise nicht weiter zu verschärfen und anzuheizen, indem Investitionen hinausgezögert oder gestrichen würden. Geplante Projekte müssten durchgeführt werden, alles andere führe zu einer Verschärfung und Dynamisierung der Rezession. Der VBI sei bereit, gemeinsam mit der Politik schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren zu verabreden.

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