Zwei Brüder revolutionieren den Markt für Wasserenthärtungsanlagen

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Forschung und Entwicklung
Ein Wasseraufbereitungssystem, das gegen Kalk wirkt und zugleich umweltfreundlich ist: AQON Pure vereint beides. Das innovative Produkt der aus dem südhessischen Bensheim stammenden Brüder Maximilian und Konstantin Wilk ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert.

Nominiert für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis

AQON Pure ist ein Wasseraufbereitungssystem, das kein Salz benötigt und trotzdem wirksam gegen Kalk ist – ohne dabei die Wasserqualität des örtlichen Versorgers zu verändern. Gründer dieser umweltfreundlichen Lösung sind die Brüder Maximilian und Konstantin Wilk aus Bensheim in Südhessen. Zu ihrer Idee inspiriert hat sie Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger: als Gouverneur von Kalifornien unterzeichnete er 2006 ein Gesetz, das es ermöglicht, den Einsatz von Wasserenthärtern auf Salzbasis in Privathaushalten zu verbieten – eben wegen zu hoher Chlorid-Mengen im Abwasser bestimmter Regionen des US-Bundesstaats.

Zu den wichtigsten Zielen der Wilk-Brüder gehört es, ein Bewusstsein bei Kunden und Installationsunternehmen dafür zu schaffen, welchen Einfluss Wasseraufbereitungstechnologien auf den Anwender und die Umwelt haben.

Inzwischen ist AQON Pure für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design 2021 nominiert. Mit der Auszeichnung werden Spitzenleistungen gewürdigt, die den Wandel zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft nachhaltig gestalten. Die Gewinner der renommierten Ehrung werden im Dezember dieses Jahres gekürt.

Wasserenthärtungsanlage mit Salz als Lösung?

Die in Deutschland seit Jahrzenten gängige Technologie zur Aufbereitung von hartem Wasser ist die sogenannte Wasserenthärtung mittels Ionenaustausch. Dabei wird der im Leitungswasser befindliche Kalk (hauptsächlich Calcium und Magnesium) gegen Natrium ausgetauscht. Das Ergebnis: Weniger Kalk im Wasser, was automatisch zu weniger Kalkablagerungen führt. Doch damit dieser Prozess funktioniert, müssen Anwender einige Punkte beachten. Um Wasser zu enthärten, wird eine hohe Menge an Salz (Natriumchlorid) benötigt. Durchschnittlich verbraucht in Deutschland eine Personen pro Jahr rund 45 Kubikmeter Wasser. Soll diese Wassermenge z.B. von 20°dH auf 4°dH enthärtet werden, so werden bis zu rund 30kg Salz (Natriumchlorid) pro Jahr benötigt. Außerdem fallen bis zu rund 2500 Liter Abwasser aus Regenerationsvorgängen an.

Hinzu kommt der Bedarf an Strom und einer empfohlenen halbjährlichen Wartung. Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt kann durch Enthärtungsanlagen auf Salzbasis die Belastung durch Chlorid in einem Versorgungsgebiet signifikant steigen. Durch die Wasserlöslichkeit von Chlor, können die Chlormengen durch kommunale Kläranlagen nicht entfernt werden. Die Folge ist ein stetiger Anstieg der Chlorbelastungen in Gewässern. Der Antwort der Landesregierung Sachsen-Anhalts aus dem Jahr 2016 auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Hendrik Lange zur Chlorbelastung in deutschen Gewässern ist folgendes zu entnehmen: „Bei Abweichungen fallen empfindliche Arten aus, robuste Arten breiten sich aus. Das gesamte Arten- und Abundanzgefüge einer Lebensgemeinschaft kann sich dadurch verändern.“

Weitere Informationen zum Hersteller

erhalten Sie unter www.aqon-pure.com

Vorbild Kalifornien und USA

Eine ganz andere Strategie in Bezug auf das Thema Wasseraufbereitung verfolgen z.B. Länder wie die USA. Von Oktober 2016 – März 2017 schrieb Maximilian seine Master Thesis bei einem deutschen Konzern in Kalifornien im Silicon Valley. Durch Zufall ist er damals auf ein Gesetz aufmerksam geworden, das 2006 der damalige Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger unterzeichnete (Senat Bill 475, Chapter 393)(7). Der sogenannte „water softener ban“ ermöglicht es, dass die private Verwendung bestimmter Arten von Wasserenthärtungsanlagen (Ionenaustauschern) verboten werden kann, da bestimmte Regionen Kaliforniens unter zu hohen Mengen Chlorid im Abwasser leiden. Dieser damalige entschlossene politische Eingriff in den Markt für private Wasseraufbereitungsanlagen hat Maximilian neugierig gemacht: „Zuerst war ich verwundert. Denn in Deutschland sind bis heute Wasserenthärtungsanlagen auf Basis des Ionenaustauschs eine gerne verwendete Methode, um Gebäude vor den Folgen von hartem Wasser (Kalk) zu schützen. Ich habe dann erkannt, dass es in den USA einen Trend für alternative, umweltfreundlichere Gebäudetechnologien gibt, von dem auch Deutschland profitieren kann.“, schildert Maximilian. So gibt es in den USA z.B. seit 2011 das „GSA‘s Proving Ground“ Programm der General Services Administration(8). Die GSA ist eine staatliche Behörde, die u.a. das Immobilieneigentum der USA verwaltet und für die Wartung und Instandhaltung dieses Immobilienbestands zuständig ist (über 9000 Gebäude). Das Proving Ground Programm dient dabei der Evaluierung von innovativen und nachhaltigen Gebäudetechnologien.

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