Gerüstbau an geschwungenen Wänden

Problematisch: Der Frankfurter Westhafen Tower

Deutsches Ingenieurblatt 9/2019
Baustoffe

Frankfurt ist nicht arm an Hochhäusern, auch nicht an spektakulären. In diesem Umfeld ist der Westhafen Tower trotz seiner 112 Meter Höhe kein Riese. Aber trotzdem ein Hingucker. Weil er allein direkt am Main steht und weil das runde Gebäude mit 3500 dreieckigen Fenstern auffällig gestaltet ist. Entsprechend repräsentativ sind der Eingang und der Empfang mit ihrer hyperboliden Form – erst nach innen geschwungen, dann nach außen.

An besagtem Eingangsbereich standen der Eigentümervertreter und sein Bauingenieur rätselnd, denn Ende des vergangenen Jahres sollten Innen- und Außenfassade mit kleinen Mosaikfliesen nochmals ansprechender  gestaltet werden. Doch wie könnte dasArbeitsgerüst aussehen? Hinzu kam, dass der Granitboden nur großflächig belastbar ist und geschützt werden musste; der Brandschutz musste gewährleistet sein und natürlich sollte der Eingang während der Sanierungszeit nicht seinen großzügigen Charme verlieren Schließlich gehen hier täglich Hunderte Mitarbeiter und Kunden ein und aus. Deren Schutz gegen herabfallende Teilchen ebenfalls garantiert sein musste. Die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH, die auf Spezialgerüstbau fokussiert ist und in Frankfurt schon bei „Die Welle“ und beim „Spintower“ im Einsatz war, entwickelte ein tragfähiges Konzept für den kniffligen Auftrag, der eine Verankerung des Gerüsts an den Wänden nicht ermöglichte. Deshalb wurde das Gerüst, das die nach außen gewölbte Form nachvollzieht, mit einem Gegengewicht in Balance gehalten. So trugen relativ schmale Stützen das ganze Gewicht der Konstruktion – trotz leichter Alugitterträger punktuell viel zu viel für den Granitboden, der auf einem Hohlraumboden aufliegt. Stahlplatten als Lastverteiler wären zu schwer gewesen, somit kam nur Holz als Ersatz in Frage. Diese Lösung musste jedoch mit dem Brandschutzsachverständigen intensiv diskutiert werden. Deshalb wurden alle Holzplatten in unbrennbares Vlies verpackt. 

Nachtschichten sind keine Seltenheit
In einer Nacht wurde zwischen 22 und sechs Uhr das Gerüst hochzogen, um die Mieter und die Kunden während der Arbeit nicht zu stören. In deren Sinn legte das Facility- Management auch viel Wert darauf, dass ausschließlich neue oder ganz saubere Gerüstteile verwendet wurden. In drei Metern Höhe zogen die Gerüstbauer eine staubdichte Belagsebene ein. Damit wurde verhindert, dass feiner Dreck auf den Granitboden fiel. Gerade direkt am Eingang mussten Angestellte und Besucher deshalb wie durch einen dunklen Tunnel gehen. Kurzentschlossen brachte das Facilitymanagement eine zusätzliche Beleuchtung an. 

Für die Gerüstbauer war die Nachtarbeit nichts Neues. Auch in dem Frankfurter Bürogebäude „Die Welle“, nahe der Alten Oper und der Fressgass, wurde das Gerüst bei Nacht errichtet. Oft arbeiten die Gerüstbauer an Wochenenden und Feiertagen. Denn egal, ob an Bahnbrücken oder Autostraßen, Industrieoder Bürogebäuden, die Nutzer wollen möglichst wenig Einschränkungen erleben und so störungsfrei wie möglich weiterarbeiten. Am Rand der Innenstadt ging es vor allem darum, logistische Probleme zu lösen. Denn das Material konnte nicht direkt im Gebäude mit einem Fahrstuhl nach oben gebracht werden. Stattdessen trug das Team um den Standortleiter der Firma Gemeinhardt, Ingolf Stuber, alles über den Keller ins Nachbargebäude. Über einen Lastenfahrstuhl ging’s in den 5. Stock und dann wieder durch eine Fachabteilung und über hochwertige Holzböden ins andere Gebäude. Schon, um die Betriebsabläufe nicht zu stören, konnte bei diesem Projekt nur nachts gearbeitet werden 

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