Ein BIM-Modell für alle

BIM-Kollaborationsplattform aus Norwegen

bauplaner 04/2021
Software

Die Offenheit einer BIM-Kollaborationsplattform ist der Schlüssel für ein effizientes, modellbasiertes Arbeiten – auch bei Großprojekten mit zahlreichen Partnern. Das norwegische Softwareunternehmen Catenda setzt außerdem auf ein einfaches Handling ohne komplexe Prozesse und Workflows sowie ein an die Branchenanforderungen angepasstes Lizenzmodell.

Modellbasiertes Arbeiten funktioniert in der Praxis nur dann, wenn wirklich alle am Projekt Beteiligten an einem gemeinsamen Modell zusammenarbeiten. Was in der Theorie erst mal einfach klingt, scheitert in der Praxis allerdings sehr oft. Denn viele am Markt etablierte cloudbasierte Kollaborationsplattformen für BIM-Projekte geben vor, dass alle Projektpartner mit derselben Autorensoftware zu arbeiten haben. Nur in den seltensten Fällen besitzen die bei größeren Bauvorhaben oft zahlreichen Projektpartner aber auch alle dieselbe Software. Bauherren beispielsweise sind teilweise überhaupt nicht mit einer 3D-CAD-Software ausgestattet. Hinzu kommt, dass die Arbeit an solchen mit Autorensoftware erstellten 3D-Modellen ein umfassendes Wissen erfordert und damit einer langwierigen Einarbeitung bedarf. Außer Architekten und Fachplanern beschäftigen sich allerdings nur wenige der Personen, die am Projekt federführend mitarbeiten, mit komplexen 3D-CAD-Systemen. Entlang der Wertschöpfungskette des Bauens wird es immer eine Koexistenz der zweidimensionalen Welt mit der BIM-Welt geben.

Flexibilität im Projekt – von Anfang an
Entscheidet sich ein Bau- oder Industrieunternehmen oder ein öffentlicher Auftraggeber für eine solche Kollaborationsplattform, so lässt sich ab Projektstart meist nur grob evaluieren, wie viele Personen während des Verlaufs über einen längeren Zeitraum tatsächlich aktiv am Bauvorhaben mitwirken werden. Einige Softwarehäuser lassen sich jeden einzelnen weiteren Projektbeteiligten mit einer eigenen Arbeitsplatzlizenz bezahlen. Das kann am Ende in hohen Kosten für den Bauherrn münden, die er zu Projektbeginn so natürlich nicht abschätzen konnte. Das ist auch der Grund, weshalb viele Firmen die Arbeit mit BIM-Modellen erst mal scheuen. Das Interesse dafür ist sehr wohl da, doch ohne entsprechende Softwarelizenzen bleibt ihnen am Ende der Zugang zum Projekt leider verwehrt.

Der Grund, weshalb viele Bauherren von cloudbasierten Plattformen auf Dauer wieder wegkommen, ist allerdings ein anderer: Die Systeme sind gewöhnlich in sich geschlossen. Ist das Projekt, das man gemeinsam erfolgreich in der Cloud abgewickelt hat, beendet, lassen sich die elementaren Projektinformationen und ihre Verlinkungen, die auch für zukünftige Maßnahmen sehr nützlich und hilfreich sein können, nicht mehr aus der Plattform herausholen.

BIM-Kollaboration leicht gemacht
Das im Jahre 2009 im norwegischen Bergen gegründete Unternehmen Catenda hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine durchgängig offene Plattform für die Zusammenarbeit an BIM-Modellen zu konzipieren (Abb. 1). Die fünf Gründer haben ihre Wurzeln allesamt in der norwegischen Forschungsorganisation Sintef und pflegen bis heute sehr enge Beziehungen mit Hochschulen und Universitäten überall auf der Welt. Aus diesem Grund ist die Plattform Bimsync Arena sehr vielen Absolventen in und außerhalb Europas bereits bekannt. Über offene APIs wird der Datentransfer mit sämtlichen Programmen und damit Arbeitsabläufen möglich gemacht. Diese Offenheit für verschiedene, internationale Datenformate sorgt dafür, dass sich die Plattform hervorragend an die individuellen Anforderungen eines Bauprojekts – und sei es noch so groß – anpassen lässt. So kam die Lösung beispielsweise bei verschiedenen aktuellen Tunnelbauprojekten in der Schweiz zum Einsatz.

Bimsync Arena – modellbasiertes Arbeiten für Jedermann
Die Kommunikation auf der Plattform erfolgt stets an einem IFC-Modell via BCF [BIM Collaboration Format] (Abb. BCF ist ein offenes Format, das es möglich macht, BIM-Modelle mit individuellen Kommentaren zu versehen mit dem Ziel, die Koordination der einzelnen Fachdisziplinen zu vereinfachen. Gleichzeitig können Projektbeteiligte ihren Partnern viele weitere, für das Projekt relevante Informationen auf Bimsync Arena zur Verfügung stellen.

Der Vorteil der BCFs sowie der Verbindung des Modells mit weiteren Dokumenten ist, dass auch Personen, die selbst nicht mit 3D-Autorensoftware arbeiten, schnell einen Einstieg in die modellorientierte Arbeitsweise finden. Die Kommunikation kann stets soweit heruntergebrochen werden, wie es der entsprechende Partner verlangt. Die Projektmitarbeiter sind nicht gezwungen, sich umständlich in neue Prozesse oder Workflows einzuarbeiten. Sie können direkt mit der Projektarbeit am Modell starten. Dafür sorgt die simple Viewer-Funktion von Bimsync Arena, die es ermöglicht, auf einfache Weise im BIM-Modell zu navigieren. Dies funktioniert, um die Sache noch einfacher zu machen, immer gleichzeitig zweidimensional, sodass BIM-Neulinge nicht erst umdenken müssen.

Kosteneffiziente Flatrate-Lizenzmodelle
Für Großprojekte ist die Lösung vor allem deshalb so vorteilhaft, da unbegrenzt viele Partner in die Baumaßnahme eingebunden werden können, ohne dass Kosten für weitere Software-Arbeitsplatzlizenzen entstehen. Das passt zur Branche, denn bei größeren Projekten ist es in der Vorplanungsphase meist nur schwer abzuschätzen, wie viele Firmen am Ende tatsächlich mitwirken. Catenda offeriert die Lösung projektbezogen, nicht personenbezogen. Je nach individuellem Projektportfolio bietet das Unternehmen über einen variablen Zeitraum kosteneffiziente Flatrate-Modelle. Denn Projekte sollen schließlich wirtschaftlich bleiben.

Anwender schätzen es insbesondere, dass sie sämtliche projektbezogene Informationen auch nach Abschluss der Baumaßnahme auf einfache Weise wieder aus Bimsync Arena herausholen können.

Andrés García Damjanov (andres.damjanov@catenda.no), der schon seit vielen Jahren im Open-BIM-Umfeld tätig ist, hat die Open-BIM-Plattform von Anfang an überzeugt. Ebenso wie den norwegischen Staat, der die Entwicklung seinerzeit gefördert hat. Das überzeugende Konzept und die Technologie haben letztlich dazu geführt, dass Damjanov den Vertrieb dieser Plattform von Catenda SA für die DACH-Region übernommen hat. „Bimsync Arena ermöglicht Building Information Modeling für Jedermann“, weiß der Experte. „Und dahinter steht für jedes Unternehmen oder jede Organisation ein Partner mit digitalem Sachverstand.“

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