Gut durchdachte Abluftführung

Kompaktes und akustisch wirksames Überströmelement

bauplaner 12/2021
Dämmtechnik
Energie, Klima und Dämmung

Gerade in Büroräumen sind die Erwartungen an die Frischluftversorgung und die damit verbundene Luftqualität hoch. Wichtig ist, dass die lufttechnischen Komponenten alle Vorgaben beim Schallschutz einhalten und die Innenraumgestaltung nicht beeinträchtigen. Schalldämpfende Luft-Überströmelemente für den Trennwandeinbau werden diesen Bedürfnissen gerecht.

Häufig wird bei Klimakonzepten die Zuluft- und Abluftführung räumlich getrennt über Lüftungskanäle und Luftdurchlässe realisiert. Eine solche „doppelte“ Kanalführung bedeutet nicht nur zusätzliche Kosten, auch der benötigte Platzbedarf für die Luftleitungen führt oftmals dazu, dass auf Abluftkanäle und -einlässe in Büroräumen verzichtet wird. Für ein ungestörtes Arbeiten werden zudem häufig Fenster und Türen geschlossen. Dennoch muss der Raum eine ausreichende Luftversorgung aufweisen. Hier kommt die einfache Idee des Überströmelements in Verbindung mit einer raumlufttechnischen Anlage zum Zuge: Die Zuluftführung erfolgt wie bisher über Kanäle von der Klimazentrale bis in die zu belüftenden bzw. zu klimatisierenden Räume. Über entsprechende Luftauslässe in der Decke, der Wand oder im Boden wird die erforderliche frische Zuluftmenge zugfrei eingebracht. So erreicht man in diesen Räumen die beste Luftqualität.

Auch das Absaugen der Abluft ist gelöst: Statt in den einzelnen Büroräumen wird diese zentral im Flur oder in ähnlichen Bereichen mit untergeordneter Funktion abgesaugt. Der Flur dient als Abluftkanal, weitere Abluftkanäle vom Büro bis zu dieser Stelle sind nicht mehr nötig. Eine sorgfältige Planung der Abluftführung aus den Büroräumen ist dennoch wichtig, denn Wände und Türen sind inzwischen so dicht, dass Leckagen nicht mehr ausreichen, um die Abluft in den Flur überströmen zu lassen. In der Vergangenheit wurden die Türen gekürzt oder mit Türgittern versehen, sodass an dieser Stelle ein Überströmen ermöglicht wurde. Insbesondere dort, wo Schallschutz und die Vermeidung von Telefonie-Schallübertragung berücksichtigt werden müssen, sind diese einfachen Maßnahmen jedoch nicht mehr zeitgemäß. Auch Türen und andere Bauelemente schwächen das Schalldämmmaß. Aus diesem Grund sollten alle Komponenten sorgfältig ausgewählt werden, um den bestmöglichen Schallschutz zu erhalten.

Hohe Schallabsorption für hohe akustische Dämpfung
Üblicherweise werden Trockenbauwände aus Gipskarton zwischen Büros und Nebenräumen oder Fluren eingesetzt. Um sensible Bereiche zu schützen, wird bereits hier aus akustischen Gründen eine doppelte Beplankung eingesetzt. Der zusätzliche Einbau von schalldämpfenden Luft-Überströmelementen ist aus mehreren Gründen sinnvoll: Die akustische Dämmwirkung der Wandkonstruktion bleibt weitgehend erhalten und die Luft kann zugleich frei in den Flur oder andere Räume überströmen. Die wirksame Innenauskleidung mit integriertem Telefonie-Schalldämpfer sorgt für einen ausreichenden Schallschutz. Kiefer Klimatechnik liefert seine Überströmelemente mit Rw-Maßen, die vom Fraunhofer Institut vermessen wurden und mit einem entsprechenden Prüfzertifikat versehen sind. Darauf basierend berechnen die Akustiker das gesamte Wandelement.

Grundsätzlich gilt: Je schlanker der Schlitz, umso weniger Schall tritt aus. Allerdings steigt dabei auch der Druckverlust des Überströmelements an. Daher sollte die Fuge und der entsprechende Kasten gut gewählt werden. Im Idealfall erreicht man beim Überdruck die richtige Balance, damit die Luft sich ausreichend bewegt und überströmen kann, zugleich aber auch ein angenehmes Öffnungs- und Schließverhalten der Türen sichergestellt ist. Als Anhaltspunkt empfehlen die Kiefer Ingenieurinnen und Ingenieure den Überdruck in den Büros auf maximal 10 Pa zu begrenzen.

Architektonische Gestaltung nicht beeinträchtigt
In modernen Gebäuden mit dichten Gebäudehüllen sind schallabsorbierende Überströmelemente heute eine platzsparende Lösung für die Abluftführung. Durch die zentrale Absaugung der Abluft in den Fluren werden weitere Abluftkanäle eingespart. Luft-Überströmelemente von Kiefer Klimatechnik sind vor allem dann die geeignete Wahl, wenn eine hohe Schallabsorption gefordert ist, eine niedrige Bauhöhe benötigt wird und eine projektspezifische Optik der Luftauslassschlitze gewünscht ist. Je nach Einbausituation gibt es Überströmelemente für verschiedene Wandstärken. Zur Wahl stehen verschiedene Bautypen: Mit Deko-Rahmen in beliebigen RAL-Farben oder als offene Schattenfuge mit optionalem Abdeckrahmen kann je nach gewünschtem Design gewählt werden. Durch gezielt eingesetzte architektonische Elemente ist ein fast unsichtbarer Einbau möglich. Daher erfolgt die Verwendung häufig in architektonisch anspruchsvoll gestalteten Gebäuden, wie beispielsweise dem Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz in Muttenz. Auf Wunsch des beauftragten Architekturbüros wurde der vom Raum aus sichtbare Schlitz der Überströmelemente als 2 cm hohe offene Schattenfuge ausgebildet. Diese tritt als durchlaufend schwarzes Band über jeweils drei Elemente optisch in Erscheinung. Die Überströmschlitze sind unauffällig in vertikal verlaufende Holzlamellen aus massiver Eiche auf der Außenseite der Trennwände integriert.

Frühe Planung wichtig
Um die besten Dämpfungswerte und zugleich die ideale Luftmenge bei akzeptablem Druckverlust zu erhalten, wird eine Planung konsequent von Beginn an empfohlen – zwischen Architekturschaffenden, Planenden und Klimatechnikfachleuten. Denn oftmals wird zu spät erkannt, dass der vorgesehene Schlitz nicht ausreicht. Ein am Anfang gemeinsam erstelltes Konzept verhindert solche unangenehmen Überraschungen. Auch bei der direkten Montage gilt es wichtige Dinge zu beachten: Der Spalt zwischen der Wandöffnung und dem Hals des Luft-Überströmelements muss mit geeigneten Materialien geschlossen werden, um Schallnebenwege zu verhindern. Die Kiefer Luft-Überströmelemente sind nach Baustoffklasse A2 gemäß DIN 4102 als nicht brennbar klassifiziert. Ein weiterer positiver Effekt ist die Faserfreiheit im Luftstrom. Kiefer achtet darauf, Dämmelemente aus Mineralfaser sechsseitig zu kaschieren, sodass keine Fasern in den Luftstrom gelangen können.

Mauerwerkskongress am 17. Februar

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