Modernes Wohnen am Park

Mehrfamilienhäuser in Offenbach

bauplaner Dämmtechnik 12/2019
Dämmtechnik

In unmittelbarer Nähe zur Offenbacher Innenstadt entstand auf dem ehemaligen MAN-Werksgelände die neue Mitte des Senefelder-Quartiers mit einem Park und mehreren Neubauprojekten. Eines davon ist die Wohnanlage „Atrium Senefelder“, die direkt an der neu gestalteten Parkanlage mit Rasengrün und hohen Bäumen, einem großen Spielplatz, Wasserspielen und einer Boule- und Parkouranlage liegt. Sogar Flächen zum innerstädtischen Gärtnern für die Nachbarschaft sind hier ausgewiesen

Die GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen mit Sitz in der Nachbarstadt Frankfurt am Main baute im Senefelder-Quartier fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 94 frei finanzierten Mietwohnungen, einer Kita für zehn Gruppen und drei Gewerbeflächen für Arztpraxen. Das Neubauprojekt Atrium Senefelder wurde von dem Frankfurter Büro Karl Dudler Architekten geplant, das den dafür ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen hatte. Aufgrund der soliden Bauweise mit Ziegelmauerwerk und dem durchdachten Gesamtkonzept konnte das Wohnungsbauprojekt kostengünstig erstellt werden. „Der Entwurf und die Ideenfindung durch die Architekten sowie der Verzicht auf zusätzliche Außendämmung durch den Einsatz von Ziegel hat uns überzeugt“, so Christian Wedler, Geschäftsführer GWH Bauprojekte. Die komfortablen Wohnungen werden von der GWH zu Nettokaltmieten von durchschnittlich 11 Euro pro Quadratmeter vermietet.

Komfortwohnungen mit freiem Blick ins Grüne

Die u-förmige Blockrandbebauung besteht aus fünf Mehrfamilienhäusern, die sich um einen gemeinsamen Innenhof gruppieren. Die bepflanzte Freifläche zwischen den Häusern öffnet sich zum neuen Park und verbindet sich mit ihm zu einem innerstädtischen Grünzug. Durch die aufgelöste U-Form haben fast alle Wohnungen einen freien Blick in die Grünanlagen.
Die fünfgeschossigen Häuser plus Staffelgeschoss sind als Mehrspänner organisiert. Fünf Treppenhäuser erschließen zwei bis sechs Wohnungen, deren Größe zwischen 41 und 120 Quadratmetern variiert. Die 1-bis 4-Zimmer-Wohnungen sind alle mit einem großzügigen Balkon oder Loggia bzw. mit Terrasse oder Dachterrasse ausgestattet. Jede der 94 Wohnungen ist dank Aufzugsanlagen barrierefrei erreichbar. Insgesamt 36 Wohneinheiten gelten als barrierereduziert und wurden mit einem barrierefreien Freisitz ausgestattet.
Die Wohnungen verfügen über moderne Bäder und sind je nach Größe mit einem zusätzlichen Duschbad oder WC ausgestattet. Die Badezimmer wurden mit großformatigen Fliesen gestaltet und entsprechen mit extraflachen Duschwannen heutigen Komfortansprüchen. In allen Wohnungen sorgt die Fußbodenheizung für eine angenehme Strahlungswärme. Die kontrollierte Wohnraumlüftung garantiert eine gute Luft in den Aufenthaltsräumen. Große Fenster lassen viel Tageslicht hinein, die Dreifach-Verglasung gewährt einen hohen Schall- und Wärmeschutz. Für einen zusätzlichen Sonnen- und Blendschutz sind alle Fenster mit Rollläden ausgestattet.

Gestaltung im menschlichen Maßstab

Das Entwurfskonzept der Architekten lehnt sich an die gründerzeitliche Bebauung in der Umgebung an. Das Ziel: Die Neubauten sollen als zeitgemäße Interpretation des bekannten Stadtbildes und nicht als Fremdkörper wahrgenommen werden. Der relativ große Wohnblock wurde daher in fünf als Einzelbauten erkennbare Gebäudeteile aufgelöst und nimmt so die Maßstäblichkeit der Nachbargebäude auf. Dies unterstreichen die Planer durch eine Kleinteiligkeit der Fassaden: Mit verschiedenen Klinkerriemchen und Fassadenfarben sowie unterschiedlich gestalteten Hauseingängen geben sie jedem der fünf Gebäudeteile ein eigenes Gesicht, das als Adressbildung für die Nutzer ausgezeichnet funktioniert.
Um den Blick in den Park freizuhalten, ist die ursprünglich im Innenhof angedachte Kindertagesstätte in das Gebäudevolumen integriert. Die Gruppenräume der Kita finden zusammen mit drei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss Platz.

Solide Bauweise mit Ziegelmauerwerk

Auf Wunsch der GWH Wohnungsgesellschaft wurde die Wohnanlage als KfW-Effizienzhaus 55 gebaut. Sie verbraucht somit 45 Prozent weniger Primärenergie als ein vergleichbarer Neubau. Trotz des hohen energetischen Anspruchs sollten die Wohnungen kostengünstig realisiert werden können. Die kompakten Baukörper sind daher in einer soliden Bauweise aus Ziegelmauerwerk umgesetzt. Die Außenwände bestehen aus 42,5 cm starken wärmedämmenden Poroton-Ziegeln, die Innenwände und Decken aus Stahlbeton. Eine monolithische Fassadenkonstruktion aus verfüllten Ziegeln ist aus Sicht der Planer nicht nur nachhaltig, sondern auch kostengünstig und gut geeignet, um die energetische Qualität und Ausführungssicherheit der Gebäudehülle zu erhöhen. Die hartschalige Außenwand ist wartungsarm und erfüllt die Forderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung. Bei sommerlichen Hochtemperaturen wirkt die hohe Speichermasse der Ziegelkonstruktion einer Überhitzung der Innenräume entgegen und sorgt für den Schallschutz.
Mit dem „Poroton S8-MW“ wurde ein Ziegel mit integrierter Dämmung gewählt. Durch eine optimierte Lochgeometrie kombiniert er den Schall- und Wärmeschutz und vermindert zusätzlich mögliche Wärmeverluste über die Stoßfuge. Die Hintermauerziegel konnten auf der Baustelle so mit Systemzubehör kombiniert werden, dass die gesamte Außenwandkonstruktion – von der Ringbalkenschalung bis zur Deckenrandschale – monolithisch hergestellt wurde.

BAUTAFEL

Lage: Atrium Senefelder, Christian-Pleß-Straße, Offenbach
Bauherr: GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen, Frankfurt / Main
Entwurf und Planung: Karl Dudler Architekten, Frankfurt / Main
Investitionsvolumen: 18,02 Millionen Euro (KG 300 + 400)
Konstruktion: Massivbauweise, fünf Gebäude –vier davon mit fünf Vollgeschossen, 94 Wohneinheiten, drei Gewerbeeinheiten und eine Kita, 63 Tiefgaragenstellplätze
Außenwände: Monolithische Außenwand aus dämmstoffverfüllten Poroton S8-MW, 42,5 cm, U-Wert der Außenwand 0,18 W/m2K, 90 % Putzoberfläche, 10 % Klinker
Effizienzhausstandard: KfW 55
Jahresprimärenergiebedarf: 46,75 kWh/(m2a)
Haustechnik: Fernwärme (überwiegend erneuerbar), zentrale Abluftanlage, Fußbodenheizung, zentrale Trinkwassererwärmung