Kollisionsfrei planen mit nur einem Programm

Durchgängiger BIM-Prozess ab Leistungsphase 2

Bauplaner 7-8/2021
Software
Digitalisierung
Hard- und Software
BIM
Ingenieurbüro
Als Basis für eine vollkommen durchgängige, weitestgehend kollisionsfreie Arbeit mit der BIM-Planungsmethode transferierte das Architekturbüro JSWD als Pilotprojekt ihr eigenes ursprünglich selbst in 2D geplantes Firmengebäude in ein 3D-fähiges BIM-Modell

Das 2000 von Jürgen Steffens, Olaf Drehsen und den Brüdern Konstantin und Frederik Jaspert gegründete Büro JSWD hat bis heute mehr als 50 Bauten in Deutschland und im europäischen Ausland realisiert. Mehr als 160 Mitarbeiter*innen arbeiten zwischenzeitlich am Standort Köln und demnächst auch in Berlin. Um das eigene Bürogebäude in ein 3D-BIM-Modell zu übertragen, arbeiten die Planenden mit der BIM-Planungssoftware „Revit“ von Autodesk. Das Modell unterteilt sich in ein Architektur-, Fassaden- und ein Rohbaumodell. In der Projekt- und Kostenmanagementsoftware „iTWO 5D“ von RIB werden die Kosten und Ausschreibungstexte bereits ab Leistungsphase 2 teilautomatisiert auf Basis eigens konzipierter Vorlagen durchgängig mit dem Modell inte-griert. „Da die Pläne, die wir stets geschossweise erstellen und mit Kosten- und Ausschreibungstexten verknüpfen, in etwa zu 90 Prozent der Realität entsprechen, können wir stets sehr exakte Massen daraus generieren“, erklärt Arno Pollmanns, BIM-Experte bei JSWD. „Der Detaillierungsgrad ist dabei immer so hoch wie möglich, damit wir jedem einzelnen Element Einheits- und Gesamtpreise sauber zuordnen können. In Leistungsphase 5 wird mithilfe des iTWO-Objektbuchs stets kontrolliert, ob auch wirklich jedes Geometrieobjekt einen Preis hat.“

Inhalte für teilautomatisierte Prozesse
In Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem BIM-Manager des Büros erarbeitet Pollmanns Inhalte in der RIB-Software, die als Grundlage für diese Teilautomatisierung der Prozesse im Bereich Kosten- und Projektmanagement dienen. Rund zwei Jahre hat er an diesen oft komplexen Bestandteilen für die BIM-Planung gearbeitet. Mithilfe dieses Grund-Contents sind die Mitarbeiter des Büros fortan in der Lage, auch bei neuen Aufgaben relativ schnell BIM-konform und durchgängig zu arbeiten. Es sind lediglich diejenigen Elemente manuell hinzuzufügen, die bislang noch kein fester Bestandteil der Content-Datenbank sind. Durch diese Arbeitsweise, die unmittelbar nach dem Wettbewerb mit einem BIM-fähigen 3D-Modell beginnt und komplett auf zweidimensionale Pläne verzichtet, ist es dem Büro JSWD gelungen, zu rund 90 Prozent kollisionsfrei zu planen. Damit schaffen sich die Planenden nicht nur eine relative Kostensicherheit, sondern auch Möglichkeiten, damit sie immerzu frühzeitig auf Änderungswünsche der Bauherrschaft reagieren können. „Sind Anpassungen an der Fassade zu bewerkstelligen oder soll die Innenausstattung hinsichtlich der Qualitäten optimiert werden, so lässt sich dies anhand der Modelle in einem überschaubaren Zeitraum bewerkstelligen“, berichtet Arno Pollmanns. „Sofern gewünscht, können wir in späteren Leistungsphasen auch noch Zeitpläne hinzufügen.“

Durchgängigkeit statt Medienbruch
Der BIM-Profi schätzt besonders, dass er mithilfe von iTWO 5D sämtliche Informationen über nur ein Programm verwalten und steuern sowie das Standardleistungsbuch verwenden kann. „Der vielleicht größte Vorteil ist, dass wir fortan nicht mehr mit Tabellenkalkulationssystemen arbeiten müssen und zahlreiche Medienbrüche vermeiden“, berichtet Pollmanns. Das übersichtliche Objektbuch in iTWO hilft ihm und seinen Kolleg*innen dabei, stets zügig zu ermitteln, ob sämtliche Geometrieobjekte auch bemustert und bepreist sind. Die Pläne umständlich zu plotten, um die Vollständigkeit zu überprüfen, ist mit iTWO nicht mehr erforderlich, was nicht zuletzt auch sehr viel Papier spart. Der Wegfall der Medienbrüche und vor allem der zahlreichen Tabellen erleichtert gleichzeitig die Arbeit für die Anwendenden der IT-Lösung von RIB. Da die Software komplex ist, ist es nach Angaben des BIM-Experten Pollmanns unabdingbar, das Team möglichst optimal zu unterstützen. „Es kommt beispielsweise auf die Qualität der Vorlagen an, die wir den Mitarbeitern zur Verfügung stellen, also ob diese am Ende des Tages auch mit der Lösung zurechtkommen“, so Pollmanns. „Daher sind wir als BIM-Team gefordert, unser angesammeltes Wissen herunterzubrechen und auf den unterschiedlichen Ebenen entsprechend zu verteilen.“
Für die Zukunft wünscht sich Arno Pollmanns, sämtliche 3D-Pläne mit an Projekten beteiligten Fachplanenden möglichst optimal zusammenzuführen und somit auch im gesamten Planungsteam soweit es geht kollisionsfrei zu arbeiten. Erste Fachplaner*innen liefern auch jetzt schon dreidimensionale Modelle. Die Grundsteine dafür hat das Planungsbüro mit den Ansätzen seines BIM-Teams und der Software iTWO 5D bereits gelegt und ist somit für die Anforderungen der Zukunft gerüstet.

Anzeige

Jetzt HDI Ingletter lesen!

HDI_INGLetter_Mai_2022_HB.png
HDI_INGLetter_Mai_2022_DB1.png

Die Haftung von Architekten...
In­ge­nieu­ren und Bau­un­ter­neh­mern für Drit­te und Em­bar­gos
Durch bei­spiels­weise Em­bar­gos bzw. San­ktio­nen also mit­tel­bar­en Ein­grif­fen durch den Staat, die EU oder an­de­re sup­ra­na­tio­na­le In­sti­tu­tio­nen als Drit­tem in das Bau­vor­ha­ben während der Pla­nungs- oder Aus­führ­ungs­pha­se kann es zu Haft­ungs­fra­gen kom­men. In diesem Zu­sam­men­hang sol­len Fra­gen zur Haf­tung des Bau­plan­ers und eine mö­gli­che Haf­tung des Bau­un­ter­nehm­ers näh­er be­leuch­tet wer­den.

 
HDI_INGLetter_Mai_2022_DB2.png

Datenschutz...
im digitalen Zeitalter

Die Er­fas­sung und Spei­che­rung von Kun­den­da­ten, die Ver­sen­dung von E-Mails, die Nut­zung di­gi­ta­ler Ar­beits­met­ho­den wie Buil­ding-In­for­ma­tions-Mode­ling (BIM) und Droh­nen, die Durch­füh­rung von Web-Mee­tings und Home-Of­fi­ce ge­hö­ren zur täg­li­chen Ar­beit. Da­mit sind zwangs­läu­fig auch Haft­ungs­ri­si­ken ver­bun­den, die zu Da­ten­ver­än­de­run­gen oder Da­ten­be­hin­der­un­gen bei Drit­ten führ­en.

 

Anzeige

va-Q-tec entwickelt Produkte auf Basis von Vakuumisolationspaneelen (VIPs), die eine hohe Isolierwirkung, enorm reduzierte Dammstärke und einen modularen Aufbau für verschiedene Größen und Formen bieten.

Sie sind besonders vorteilhaft, wenn nur wenig Platz für Dämmung zur Verfügung steht.

Ob bei der Dämmung von Dächern, Böden oder Balkonen sowie weiteren Innen- und Außendämmungen: Architekten und Planer können mit VIPs rund 80 % des Platzes einsparen.

Mehr Informationen auf va-q-tec.com