Rauchschürzen und Feuerschutzvorhänge sorgen für Sicherheit

Brandschutz am Hauptstadt-Flughafen BER

bauplaner 05/2021
Brandschutz
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Die Kritik am Brandschutz, die sich die Betreiber des Hauptstadt-Flughafens BER über viele Jahre anhören mussten, gehört seit dem 31. Oktober 2020 mit der Eröffnung des Flughafens der Vergangenheit an. Viele Teile des Brandschutzes waren jedoch deutlich früher fertig, zum Beispiel über 1.000 laufende Meter Rauchschürzen und Feuerschutzvorhänge, die bereits im Jahr 2012 installiert und abgenommen waren.

Die hohen Sicherheitsstandards für die Fluggäste beginnen bereits bei der Anreise. Schon der Übergang aus dem Bahnhof wird durch Rauchschürzen und Feuerschutzvorhänge von Colt abgesichert. Aufgabe der Rauchschürzen im öffentlichen Bereich, in der Flugsprache als „Landseite“ bezeichnet, ist beispielsweise die Einhausung einer Kombination aus Treppe und Rolltreppe. Beim Auslösen der Brandmeldeanlage werden nicht nur die Rauchschürzen aktiviert und in ihre Notfallposition gefahren, sondern gleichzeitig auch die Rolltreppen gestoppt, damit Besucher des Airports nicht in einen verrauchten Bereich gelangen. Zudem werden vorhandene Geschäfte und Gastronomiebetriebe durch Feuerschutzvorhänge der Klasse E90 abgegrenzt, um einen möglichen Feuerüberschlag zu verhindern. Diese Objekte werden im Brandfall an drei Seiten eingehaust. Der Vorteil ist, dass der Brandschutz nur im Brandfall zu sehen ist und ansonsten unsichtbar in den Deckenkassetten bleibt. Dies trägt zum offenen Designkonzept des Flughafens bei.

Öffentlicher Bereich wird geschützt
Colt war sowohl im öffentlichen als auch verstärkt im Sicherheitsbereich tätig. Zu den geschützten Abschnitten zählen der Abflugbereich, Ankommergänge und Gepäckausgaben, Großgepäckförderbänder, Abflugwartebereiche, DutyFree-Shop-Ebene und Marktplatz sowie die Sicherheitsschleusen der Bundes-Polizei. Wie umfangreich der vorbeugende Brandschutz allein im Zusammenhang mit den Rauchschürzen und Feuerschutzvorhängen ist, machen folgende Zahlen deutlich: Colt verbaute aus eigener Produktion insgesamt 150 Rauchschürzen und Feuerschutzvorhänge, davon 39 Feuerschutzvorhänge mit einer Gesamtlänge von rund 297 Metern, 99 Rauchschürzen ohne Führungsschiene mit einer Gesamtlänge von rund 708 Metern und weitere 4 Rauchschürzen mit Führungsschiene (Gesamtlänge ca. 16 Meter). Des Weiteren installierte Colt von einem Fremdhersteller zur Einhausung von Fahrstuhltüren 6 Rauchschutzvorhänge mit einer Gesamtlänge von rund 18 Metern.

Feuerschutzvorhang mit Ausfahrsicherung
Als produkttechnische Neuheit entwickelte Colt im Untergeschoss U2, dem Übergang vom Bahnhof zum Flughafenterminal, für die dort verbauten Feuerschutzvorhänge eine Ausfahrsicherung, um bei einem Brand im Bahnhof das Terminal zu schützen. Diese sorgt dafür, dass die Beschwerungsprofile auf der Höhe von 2,10 Meter gegen weiteres Abfahren bei Störungen gehindert werden. Weiterhin fahren diese Schürzen automatisch nur bis auf 1,5 Meter, um flüchtenden Personen bis zum Eintreffen der Feuerwehr den Fluchtweg offen zu halten. Die Feuerwehr hat dann die Möglichkeit, die Bereiche mittels Handschalter komplett zu schließen.

Maßnahmen im Sicherheitsbereich
Die umfangreichsten Maßnahmen in Bezug auf Rauchschürzen und Feuerschutzvorhänge erfolgten im Sicherheitsbereich, der sogenannten „Luftseite“. Drei große Sicherheitsfelder standen dabei im Fokus: Die Transportbänder zwischen den einzelnen Terminals und Abflug-Gates, die Wartebereiche an den Gates und der zentrale Marktplatz. Insbesondere am Marktplatz, der zentralen Warte- und Shoppingzone, waren die Anforderungen aus technischer Sicht außergewöhnlich hoch. Eine vollständige Neuanforderung stellte eine Rauchschürze dar, die je nach Auslösebereich in eine unterschiedliche Höhe gefahren werden muss.

Dazu wurde eigens ein neues Steuerungsprogramm entwickelt. Für den Marktplatz sind gleich mehrere mögliche Auslöseszenarien angelegt. Diese reichen von der Abschottung einzelner Geschäfte durch Feuerschutzvorhänge der Klasse E90 bis hin zu einer globalen Auslösung der Rauchschürzen auf dem gesamten Marktplatz. Die Rauchschürzen vom Typ SM5 gewährleisten eine Rauchkanalisation und damit die im Brandschutzkonzept geforderte rauchfreie Schicht. Die Höhe der geforderten rauchfreien Schicht ist abhängig vom jeweiligen Bereich. So fordert das Konzept am Marktplatz eine rauchfreie Schicht von 210 Zentimetern.

Rauchschürzen fahren nach Wartezeit vollständig aus
Gleich an mehreren Übergängen zwischen den Gates in den Terminals Pier Süd, Main Pier Süd und Nord installierte Colt Rauchschürzen oberhalb der Rollbänder. Diese Rauchschürzen sind so programmiert, dass sie im Fall der Auslösung in die zuerst vorgesehene Position mit einer Höhe von 250 Zentimetern über dem Rollband fahren. „Erst nach einer Wartezeit von 7 Minuten wird die Rauchschürze in ihre Endposition gefahren. Diese Zeit ist zur Entfluchtung notwendig“, erläutert Colt Projektleiter Raimond Dumke. Der Grad der Komplexität lässt sich auch an der Tatsache ermessen, dass die verbauten Feuerschürzen am BER durch eine Zulassung im Einzelfall (ZiE), erteilt durch das Bautechnische Prüfamt, Landesamt für Bauen und Verkehr in Cottbus, zum Einsatz gebracht wurden.

Gute Zusammenarbeit zwischen Colt und dem Flughafenchef
„In der Endphase war es die gute Zusammenarbeit zwischen Colt und dem Flughafenchef Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup und seinem Team um Peter Herrmann, die zur rechtzeitigen Fertigstellung der Colt Installationen im Bereich Rauchschürzen und Feuerschutzvorhänge maßgeblich beigetragen hat“, erklärt Colt Prokurist Christoph Tyssen, der das Projekt über 11 Jahre betreut hat. Ein derart vielschichtiges brandschutztechnisches Konstrukt wie ein Flughafen, das zudem ästhetischen Ansprüchen entsprechen soll, erfordert ein kompliziertes mehrschichtiges Brandschutzkonzept. Colt International sorgt durch die Installation der Rauchschürzen und Feuerschutzvorhänge sowohl im öffentlichen als auch im Sicherheitsbereich für rauchfreie Zonen und schützt vor dem Überschlag von Feuer.

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