Automobilforschungszentrum rundum geschützt

Brandschutz- und Bodenbeschichtung für ARENA2036

bauplaner 11/2019

In der ARENA2036 in der Automobilstadt Stuttgart entwickeln verschiedene Institutionen gemeinsam den Automobilbau weiter. Da die Laborverhältnisse besondere Anforderungen an den Gebäudeschutz der Forschungseinrichtung stellen, waren sowohl Brand- als auch Korrosionsschutzmaßnahmen erforderlich. Mit der ARENA2036 wurde die größte und führende Forschungsplattform für Mobilität in Deutschland an die Universität Stuttgart übergeben. ARENA ist die Abkürzung für „Active Research Environment for the Next Generation of Automobiles“, die Jahreszahl 2036 steht für das 150-jährige Jubiläum des Automobils.
Bis zu diesem Zeitpunkt will das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geförderte, öffentlich-private Partnerschaftsprojekt ein ambitioniertes Forschungsprogramm absolvieren und sich als Schrittmacher für den nachhaltigen Automobilbau der nächsten Fahrzeuggenerationen etablieren. In der Forschungsumgebung der flexiblen Fabrik zur Gestaltung des Technologiewandels geht es zum einen um funktionsintegrierte Produkte in Leichtbauweise. Zum anderen widmet man sich der effizienten und nachhaltigen Produktion zukunftsfähiger Automobiltechnik. Langfristig soll das Projekt die führende Position Baden-Württembergs in der Automobilindustrie festigen. Mittlerweile beteiligen sich 24 Partner aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft an dem groß angelegten Vorhaben. Neben der Universität Stuttgart sind es unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, mehrere Fraunhofer-Institute sowie BASF, Bosch, Daimler, Festo und weitere Unternehmen.

Bedarfsgerechte Fabrikarchitektur

Der Forschungscampus am Pfaffenwaldring zeigt sich von außen als Sheddach-Konstruktion mit einer gefalteten Fassade aus Aluminium und Kunststoff, die eine nahezu stützenfreie, rund 5.000 Quadratmeter große Halle umschließt. Eine übergespannte Kranbahn ermöglicht flexible Versuchsaufbauten an jeder Stelle. Für die wechselnden Forschungsteams kommen Werkstätten, Laborräume sowie voll verglaste Büros auf zwei Etagen an der Nordseite hinzu.
Das Architekturbüro Henn aus München plante das Fabrikgebäude. In der Ausschreibung war eine lösemittelfreie, extrem harte Brandschutzbeschichtung für die Stahlkonstruktion des Tragwerks gefordert. Sämtliche Stahlträger des Forschungsneubaus erhielten die feuerhemmende F30 Beschichtung mit „Sika Unitherm Platinum“ bereits im Werk. Die zweikomponentige Brandschutzbeschichtung auf Epoxidharzbasis wurde ohne Grundierung direkt auf den gestrahlten Stahl aufgetragen und erreicht ohne Grund- und Deckbeschichtung die Korrosionsschutzklasse C3. Als Decklack setzte man „SikaCor Pur Color“ im Farbton „Verkehrsweiß“ ein.

Ableitfähige Bodenbeschichtung

Die Bodenfläche der Werkshalle erforderte aufgrund der hohen Ansprüche durch die wechselnden Versuchsaufbauten im hochtechnisierten Automobilbereich eine robuste elektrostatisch ableitfähige Beschichtung. Der gesamte Hallenboden erhielt durchgängig eine ESD-Beschichtung mit einem vierstufigen Aufbau. Als Basis diente die Standardgrundierung „Sikafloor-161“, auf die als wässrige Leitschicht das umweltfreundliche Epoxidharz „Sikafloor-220 Conductive“ folgte. Anschließend applizierte man die Beschichtung „Sikafloor-262 AS N“, die abschließende wasserbasierte und lichtechte Deckversiegelung erfolgte mit „Sikafloor-305 W ESD“.
Der Stützenabstand in der 130 Meter langen und 46 Meter breiten ARENA-Halle beträgt mehr als 20 Meter und ist somit außergewöhnlich weit. Die an den Stahlstützen lokalisierten Ableitpunkte decken üblicherweise einen Radius von 10 Metern ab und gewährleisten in diesem Bereich die geforderte Ableitfähigkeit.
Mit der ESD-Versiegelung „Sikafloor-305 WESD“ konnten jedoch auch die extrem großen Spannweiten ohne Schwierigkeiten überbrückt werden, ohne die elektrostatische Ableitfähigkeit des Hallenbodens zu beeinträchtigen. Darüber hinaus kam auf rund 200 Quadratmeter Bodenfläche in den angrenzenden Technikräumen eine klassische Beschichtung mit der Grundierung „Sikafloor-161“ sowie der wirtschaftlichen Verlaufsbeschichtung und hochpigmentierten Versiegelung „Sikafloor-264“ zum Einsatz. Die Treppenhäuser wurden mit dem für industrielle Bodenbeläge geeigneten Epoxidharz „Sikafloor-2550 W“ versiegelt.

Anzeige

Jetzt HDI Ingletter lesen!

HDI_INGLetter_Mai_2022_HB.png
HDI_INGLetter_Mai_2022_DB1.png

Die Haftung von Architekten...
In­ge­nieu­ren und Bau­un­ter­neh­mern für Drit­te und Em­bar­gos
Durch bei­spiels­weise Em­bar­gos bzw. San­ktio­nen also mit­tel­bar­en Ein­grif­fen durch den Staat, die EU oder an­de­re sup­ra­na­tio­na­le In­sti­tu­tio­nen als Drit­tem in das Bau­vor­ha­ben während der Pla­nungs- oder Aus­führ­ungs­pha­se kann es zu Haft­ungs­fra­gen kom­men. In diesem Zu­sam­men­hang sol­len Fra­gen zur Haf­tung des Bau­plan­ers und eine mö­gli­che Haf­tung des Bau­un­ter­nehm­ers näh­er be­leuch­tet wer­den.

 
HDI_INGLetter_Mai_2022_DB2.png

Datenschutz...
im digitalen Zeitalter

Die Er­fas­sung und Spei­che­rung von Kun­den­da­ten, die Ver­sen­dung von E-Mails, die Nut­zung di­gi­ta­ler Ar­beits­met­ho­den wie Buil­ding-In­for­ma­tions-Mode­ling (BIM) und Droh­nen, die Durch­füh­rung von Web-Mee­tings und Home-Of­fi­ce ge­hö­ren zur täg­li­chen Ar­beit. Da­mit sind zwangs­läu­fig auch Haft­ungs­ri­si­ken ver­bun­den, die zu Da­ten­ver­än­de­run­gen oder Da­ten­be­hin­der­un­gen bei Drit­ten führ­en.