Verbesserte Sprachverständlichkeit mittels Linienstrahler

Neues Eingangsgebäude und Besucherzentrum der Museumsinsel Berlin

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Einige Zeit hat der Bau und die Umgestaltung der Museumsinsel in Anspruch genommen, seit rund einem Jahr ist es so weit: Als Eingangsgebäude empfängt die James-Simon-Galerie – benannt nach James Simon, dem bis heute größten Mäzen der Staatlichen Museen zu Berlin – die Besucher des Museumskomplexes, stattet sie mit Eintrittstickets aus und bietet Zutritt in das Pergamonmuseum und das Neue Museum.
Am 12. Juli 2019 wurde das neue Eingangsgebäude und Besucherzentrum der Museumsinsel Berlin offiziell eröffnet. Neben einem Restaurant und Café verfügt die James-Simon-Galerie über einen 650 Quadratmeter großen Raum für Sonderausstellungen sowie ein einladend gestaltetes Auditorium. Aus raumakustischer Sicht bringt die Architektur der neuen Eingangshalle einige Herausforderungen mit sich: Große Glasflächen, stattliche Raumhöhen und schallharte Sichtbetonflächen in der Mehrzahl der Räume zeichnen den modernen Bau aus. Daraus ergeben sich lange Nachhallzeiten.
Was für die Augen ansprechend und modern ist, ist für die Ohren beziehungsweise die Akustik eine wahre Herausforderung. Ein Gebäude in dieser Größe muss zudem verschiedene Auflagen erfüllen. Neben Anforderungen an den Brandschutz und die Entrauchung sind auch die Evakuierung und die Sprachalarmierung zu beachten.

Raumakustische Maßnahmen

Die akustischen Planungen für dieses Gebäude fanden bereits im Jahr 2010 statt. Eine erste Idee war die Nutzung von Deckenlautsprechern. Eine akustische Simulation durch ein Akustikbüro ergab, dass die Anforderungen aus der VDE 0833-4 nur in wenigen Räumen mithilfe von raumakustischen Maßnahmen eingehalten werden konnten. Die Forderung laut DIN VDE 0833-4 besagt, dass ein STI (Abkürzung für „Speech Transmission Index“, ein Maß für die Qualität der Sprachverständlichkeit) abzüglich Standardabweichung einen Wert von ca. 0,60≥ 0,50 ergeben muss. In den anderen Räumen, die sich durch große Raumvolumen – und dadurch Nachhallzeiten – auszeichnen, und aufgrund der Tatsache, dass weite Raumbereiche ineinander übergehen, musste ein alternatives Beschallungskonzept gefunden werden. Ein im Jahr 2010 entwickeltes Konzept, basierend auf digital gesteuerten Linienstrahler, brachte dann in der Simulation die benötigten Ergebnisse für Direktschalldruckpegel für die Alarmierungsanlage und auch die Erfüllung der STI-Werte, um der VDE 0833-4 zu entsprechen.
Bis zur Realisierung der Beschallungsanlage für die Sprachalarmierung sollten von der Entwicklung dieses Beschallungskonzepts noch weitere acht Jahre vergehen. In der Zwischenzeit wurde die Technik von digital steuerbaren Linienstrahler, sogenannten „Beam Steering“-oder „Beam Forming“-Lautsprechern, weiterentwickelt.
Als 2018 die Sprachalarmierungsanlage gebaut wurde, war das im Jahr 2010 präferierte Produkt bereits nicht mehr ohne Weiteres verfügbar. Dies stellte das Architekturbüro von David Chipperfield wie auch das mit der Installation beauftragte Unternehmen, Bosch Sicherheitssysteme Berlin, vor eine Herausforderung.

Manufaktur liefert Linienstrahler

Es galt ein Beschallungssystem zu finden, das dem Formfaktor und auch den technischen Gegebenheiten entsprach. Das System sollte dezent sein und sich farblich an den Sichtbeton anpassen. Die Signalzuführung sollte über ein 100-Volt-System und die Steuerung und Überwachung über jeweils ein Zwei-Draht-System erfolgen können. Mit dieser technischen Lösung ließen sich die Anforderungen der DIN 0833-4 erfüllen. Die bauseitigen Anschlussfelder waren bereits durch die Planung und auch bedingt durch den Baufortschritt vorgegeben.
Diese sollten genutzt werden. Nach einem Evaluierungsprozess durch den Errichter der Sprachalarmierung in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro wurde eine Lösung aus dem niedersächsischen Wolfenbüttel gefunden: Die Manufaktur Pan Acoustics lieferte fristgerecht entsprechend der geforderten Systeme „Pan Beam“-Linienstrahler samt angepasstem Zubehör.
Zudem legte Pan Acoustics eine neue akustische Simulation vor, um die Gleichwertigkeit der ausgewählten Pan Beam-Lautsprecher der Modelle „PB 08“, „PB 16“ und „PB 24“ zu den im Jahr 2010 ausgewählten Lautsprechern darzulegen.
Neben dem guten Klang, der sich sowohl für Sprachdurchsagen als auch zur Musikwiedergabe anbietet, überzeugte die Planer das schlanke und unaufdringliche Design der Linienstrahler. Durch die geometrische Form, die filigrane Fertigung sowie die an die Einrichtung angepasste Farbe fügen sich die Lautsprecher harmonisch in die James-Simon-Galerie ein.