Tageslichtdächer in geschwungenen Formen

Neues Forschungs- und Laborgebäude DZNE in Bonn

bauplaner 01-02/2020
Licht & Gebäudetechnik

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat sich der Erforschung der Demenz mit all ihren Facetten gewidmet. Der spektakuläre Neubau für das DZNE in Bonn verbindet die Forschungs- und Laborarbeit mit der Verwaltung. Lichtdächer versorgen die Gebäude mit Tageslicht und setzen die Architektur in Szene.

2012 gewannen wulf architekten den Generalplanerwettbewerb für die Errichtung des neuen Forschungszentrums inmitten eines Kiefernwaldes auf dem Campus des Universitätsklinikum Bonn. Ihr Entwurf sieht drei markante Baukörper vor, deren Dreiteilung ihren Funktionen entspricht: Im Hauptgebäude befinden sich allgemeine Einrichtungen wie Eingangshalle, Cafeteria, Hörsaal, Bibliothek, klinische Forschung, MRT und Verwaltung. Das zentrale Forschungsgebäude beherbergt sämtliche Labore sowie die dazugehörigen Büros. Im dritten Baukörper ist das präklinische Institut zu Hause.
Durch seine organische Form fügt sich das Gebäudetrio harmonisch in die Umgebung ein. Gläserne Gelenke, die auch als Meeting Points genutzt werden können, verbinden die Bauten miteinander.
Geschosshohe Glaslamellen prägen die Außenansicht. Inspiriert vom umgebenden Kiefernwald sind die Lamellen in den Farben Grün, Gelb und Orange gehalten und bieten nicht nur ein sich stets veränderndes Bild, sondern fungieren auch als Sonnenschutz: Je nach Sonnenstand verändern die Lamellen ihren Winkel, sodass blendendes Sonnenlicht in den Räumen verhindert wird.

Tageslicht schafft Aufenthaltsqualität

Zentrales Anliegen der Architekten war, eine hohe Aufenthaltsqualität für die ca. 500 tätigen Wissenschaftler und Mitarbeiter zu schaffen, ohne Abstriche an der erforderlichen Funktionalität machen zu müssen. Dies erreichten sie unter anderem mit lichtdurchfluteten Innenräumen und einem freundlichen, hellen Ambiente in den Gebäuden mit abgerundeten Formen und großflächigen Verglasungen. Zwei Gebäude sind von oben mit „Velux Modular Skylights“ belichtet. Im Hauptgebäude öffnet ein Atriumlichtband mit 28 sowohl feststehenden als auch RWA-Modulen, einer Länge von fast 7 Metern und einer Breite von circa 11,5 Metern das Zentrum des Gebäudes und lässt das Tageslicht herein. Durch das ständig wechselnde Wetter und den Lauf der Tageszeiten ergibt sich auch tief im Inneren des Gebäudes ein faszinierendes Spiel von Licht und Schatten.
Noch beeindruckender ist die Belichtung über das Dach im Laborgebäude. Insgesamt 110 Velux Modular Skylights sind nahezu über die gesamte Länge des ellipsenförmigen Laborgebäudes ebenfalls als Ellipse angeordnet. Die komplett vorgefertigten Module mit Niedrigprofilrahmen und einer nicht sichtbaren Mechanik können sowohl zur Lüftung als auch als Rauch- und Wärmeabzug genutzt werden.

Design mit lichter Eleganz

Velux Modular Skylights wurden für den Einsatz in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden wie Schulen, Krankenhäusern oder Einkaufszentren gemeinsam von Velux und dem britischen Architekturbüro Foster + Partners entwickelt. Entstanden ist dabei eine Oberlichtlösung, die ein dezentes und elegantes Design mit den Vorzügen vorgefertigter und einfach zu montierender Module verbindet. Mit Lichtband, Sattel-Lichtband, Stufen-Lichtband und dem Stufen-Sattel-Lichtband, Atrium und Sheddach bietet Velux standardisierte Lösungen für unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf Größe, Anwendungssituation und Funktionalität.
Die einzelnen Module sind wahlweise zu öffnen oder feststehend. Verfügbar sind sie in einer Breite von 67,5 bis 100 cm und einer Höhe von 120 bis 300 cm. Modular Skylights lassen sich zu beliebig langen Licht- oder Sattel-Lichtbändern addieren. Zudem können Licht- oder Sattel-Lichtbänder zu einer großflächigen Atriumdachverglasung kombiniert werden und das Wandmontagelichtband ermöglicht den Anschluss an eine aufgehende Wand. Die Profile von Fensterflügel und -rahmen bestehen aus einem Verbundmaterial aus pultrudierten Glasfasern und Polyurethan, das eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist. Mit einer Zweischeibenverglasung erreicht die Einheit aus Glas und Rahmen bereits einen UW-Wert von 1,4 W/(m2K), der sich mit einer Dreischeibenverglasung auf 1,0 W/(m2K) optimieren lässt.

BAUTAFEL

Bauherr: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gemeinschaft (DZNE), Bonn
Baujahr: März 2013-März 2017
Architekt: wulf architekten, Stuttgart
Baukosten: ca. 127 Mio. Euro
Bruttogrundfläche: 35.938 m²
Bruttorauminhalt: 157.652 m³
Nutzfläche: ca. 16.000 m²
Produkte: Hauptgebäude: 28 VELUX Modular Skylights, Variante Atrium-Lichtband, Neigungswinkel 5°.
Laborgebäude: 110 VELUX Modular Skylights, Variante Atrium-Sattel-Lichtband, Neigungswinkel 5°

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